Analyse spürt Defizite auf

Am Gerätehaus der Stützpunktwehr Oberviechtach sind einige Reparaturen fällig. Bild: bgl
Lokales
Oberviechtach
01.10.2014
2
0

Im Nordosten fehlt der Atemschutz und die Stützpunktwehr könnte ein Logistik-Fahrzeug gut gebrauchen. Wo etwas angeschafft wird, bleibt bei der Feuerwehr nicht dem Zufall überlassen.

(bgl) Um die Zielsetzung beim Bedarfsplan der Feuerwehren im Bereich der Stadt Oberviechtach ging es, als sich die Kommandanten im Unterrichtsraum der Stützpunktwehr Oberviechtach trafen. Zu diesem Termin waren auch Bürgermeister Heinz Weigl und die Stadträte, sowie Kreisbrandrat Robert Heinfling und Kreisbrandmeister Marek Engelmann eingeladen.

Bedarf ermitteln

Eine der vielfältigsten Aufgaben einer Stadt oder Gemeinde in Bayern ist die Sicherstellung eines wirksamen Brandschutzes, sowie einer ausreichenden technischen Hilfe nach Unglücksfällen oder bei öffentlichen Notständen. Wie jedoch diese Leistungen bemessen werden müssen, sei im Gesetz nicht konkret festgelegt, berichtete Robert Hoffmann, der sich damit intensiv befasste.

Deshalb sei es wichtig, eine verlässliche Planungsgrundlage zu entwickeln und fortzuschreiben, welche es ermöglicht, dieser Pflichtaufgabe in der kommunalen Gefahrenabwehr angemessen zu begegnen. Diese Grundlage soll die Bedarfsplanung für die Feuerwehren im Bereich der Stadt Oberviechtach schaffen, welche in ihrer Hauptfunktion die öffentliche kommunale Gefährdungslage ermittelt und daraus die angemessenen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der gemeindlichen Feuerwehren ableitet. Der Begriff "Bedarf" bezieht sich dabei nicht nur auf die Art und Anzahl der Feuerwehrfahrzeuge und speziellen Gerätschaften sowie die Anzahl und Lage der Feuerwehrstandorte, sondern auch auf die Anzahl der Einsatzkräfte, ihre Qualifikation und organisatorische Strukturen.

Nachbarn im Blick

Ziel sei es auch, die Ausstattung und Zuständigkeiten der einzelnen Feuerwehren so zu regeln, damit ein optimaler Brandschutz gewährleistet ist. Zeitgleich sollten die Investitionen aufeinander abgestimmt werden, um Doppelbeschaffungen zu vermeiden. Zu berücksichtigen ist dabei die räumliche Nähe zu Feuerwehren der Nachbargemeinden und deren Ausrüstung. Ausführlich ging Hoffmann auch auf die Rechtsgrundlagen ein, welche die Zusammenarbeit mehrerer Feuerwehren in einer Gemeinde regeln.

Anhand von Kartenmaterial präsentierte der federführende Kommandant Dietmar Hein ein Konzept für die Stützpunktwehr und die acht Ortswehren sowie die angrenzenden sieben Nachbargemeinden. Dabei geht es besonders um die Gefährdungs- oder Risikoanalyse des Gemeindegebietes, die Folgen für die Leistungsfähigkeit der kommunalen Feuerwehren hat. Die Bemessung des notwendigen Einsatzpersonals richtet sich nach der Anzahl der zu besetzenden Fahrzeuge, der durchschnittlichen Verfügbarkeit der Einsatzkräfte, dem Zeitbedarf für die Anfahrt zum Feuerwehrhaus sowie der Größe der abzudeckenden Region.

In dieser Strukturanalyse wird der geforderte Soll-Zustand dem momentanen Ist-Zustand gegenübergestellt. Die sich daraus ergebenden Defizite müssten dann von den zuständigen Planungsstellen bewertet und dazu geeignete Vorschläge für Gegenmaßnahmen gemacht werden.

Bei der anschließenden Beratung wurde erkennbar, dass hier noch Defizite vorhanden sind. So fehlt zum Beispiel ein Atemschutz im nordöstlichen Gemeindegebiet. Als dringend notwendig wird auch ein Logistikfahrzeug für die Stützpunktwehr eingestuft, das für die Zusammenarbeit der gemeindlichen Feuerwehren bei Einsätzen von größter Bedeutung wäre. Bürgermeister Heinz Weigl versprach, dass die Stadt diesbezüglich ihren Anteil leisten werde. Derartige Investitionen müssten allerdings langfristig geplant werden. "Da steht mit Sicherheit auch der Stadtrat dahinter", zeigte er sich überzeugt. Da die Feuerwehr Oberviechtach 2015 ihr 150-jähriges Bestehen feiern kann, wird man aber bis dahin auch am Gerätehaus einige Reparaturen vornehmen müssen, beispielsweise an Toren und Fenstern.

Nur langfristig

"Gut gemacht", lobte Kreisbrandrat Robert Heinfling den Bedarfsplan zum Brandschutz im Bereich der Stadt Oberviechtach. Auch er ist der Meinung, dass man das nicht von heute auf morgen schaffen wird. Einig waren sich auch Bürgermeister und Kreisbrandrat mit der Feststellung, wie wichtig die Ortswehren im Verbund der Feuerwehren sind.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.