Anlaufschwierigkeiten im Griff

Bürgermeister Heinz Weigl, Fachleute der Stadt, des Staatlichen Bauamtes, von Polizei und Landratsamt nahmen steuerungstechnische Anlaufschwierigkeiten der neuen Signalanlage und Verkehrsprobleme unter die Lupe und suchten nach Lösungsmöglichkeiten. Bilder: Köppl (2)
Lokales
Oberviechtach
13.10.2015
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Seit rund vier Wochen ist die neue Lichtsignalanlage in Betrieb. Sie regelt den Verkehr in der Staatsstraße und an den Einmündungen der Nunzenrieder Straße und der Bezirksamtstraße. Zudem sind die Bahnhofstraße und vier Fußgängerüberwege eingebunden. Das muss sich auch technisch erst einspielen.

Der weiträumige Ausdehnungsbereich dieses Verkehrsknotenpunkts rund um das "Haus der Stiftung" stellt daher nicht nur hohe Anforderungen an die Programmsteuerung. Auch die Verkehrsteilnehmer müssen sich erst an die neue Situation gewöhnen. "Bei der Neuinstallation von Lichtsignalanlagen sind in der Anfangsphase technische Probleme durchaus üblich", stellte Baudirektor Gottfried Weishäupl vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach am Montagmittag bei einer "Verkehrsschau" fest.

Im Kreis von Bürgermeister Heinz Weigl, Fachleuten der Stadt, des Staatlichen Bauamtes, von Polizei und Landratsamt wurden steuerungstechnische Anlaufprobleme und Anforderungen für den Kraftfahrzeugverkehr und die Fußgänger unter die Lupe genommen und Lösungsmöglichkeiten eruiert. Weishäupl informierte, dass das Signalprogramm vor der Installation in einem Test-Stand hinsichtlich aller möglichen Verkehrsbeziehungen getestet wurde und keine Probleme bereitete. Unabhängig davon kann es dann beim Echtbetrieb vor Ort Probleme geben. Diese hätten aber keine Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit, da entsprechende Sicherheitsvorkehrungen eingebaut sind.

Komplexe Steuerung

Armin Wildenauer vom staatlichen Bauamt erläuterte, dass durch die "versetzte Kreuzung" der gesamte Verkehrsknoten signaltechnisch in zwei Knotenpunkte aufzuteilen ist. Die dadurch bedingte Komplexität habe zu steuerungstechnischen Problemen geführt. Man sei jedoch guter Dinge, dass die am Montag aufgespielte neue Software die Problematik löst. Die Ampelsteuerung für den Kfz-Verkehr stellt grundsätzlich eine Zwei-Phasen-Steuerung dar. Im Grundprogramm ist der Hauptverkehrsstrom im Zug der bevorrechtigten Staatsstraße geschaltet. Soweit in den einmündenden Nebenstraßen keine Fahrzeuge warten, schaltet die Signalanlage auf "Grün" für die Staatsstraße.

Die Ampeln in den einmündenden Straßen (Bezirksamtstraße und Nunzenrieder Straße) werden nur auf "Anforderung" auf "Grün" geschaltet. Diese Anforderung erfolgt über die in der Fahrbahn vor der weißen Haltelinie eingelassenen Induktionsschleifen. Deshalb ist es wichtig, dass die Kraftfahrzeuge bis zur Haltelinie vorfahren. Ansonsten kann es passieren, dass keine Anforderung an das Steuergerät gesendet wird.

Analog funktioniert dies grundsätzlich auch bei Zweiradfahrern. In der Vergangenheit hat es teilweise nicht geklappt, weil die metallische Masse bei Zweirädern wesentlich geringer ist. Dieses Problem ist mittlerweile durch das Nachjustieren der Induktionsschleifen behoben. In das Signalsystem eingebunden sind auch vier Fußgängerüberwege, zwei an der Staatsstraße und je eine in der Bezirksamtstraße und der Nunzenrieder Straße. Um sie zu schalten, müssen die an den Ampelmasten installierten Taster berührt werden, die die Anforderung mit "Signal kommt" quittieren. Für sehbehinderte Menschen ist ein zusätzlicher Anforderungsknopf eingebaut, wobei während der Grünphase auch ein Freigabeton in Betrieb geht.

Nachts nicht in Betrieb

Die Grünzeit für Fußgänger ist nach den geltenden Richtlinien so programmiert, dass während der Freigabe rund drei Viertel der Fahrbahn überquert werden können. Die Sicherheit der Fußgänger wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt, da für den Kfz-Verkehr entsprechend lange Wartezeiten einkalkuliert sind. Während die Knotenpunktsampeln von 20.30 bis 6 Uhr früh ausgeschaltet sind, ist die Querungshilfe für Fußgänger bei der Metzgerei Meindl aus Sicherheitsgründen (rund 6000 Fahrzeuge pro Tag und Bündelung des Fußgängerverkehrs durch den neuen Durchgang im Haus der Stiftung) rund um die Uhr benutzbar.

Am 5. November wollen sich die Fachstellen zu einem weiteren Ortstermin treffen und bis dahin den Verkehrsfluss genau beobachten, um eventuell nochmal nachjustieren zu können.
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