Arbeit auf dem Bau "belohnen"

Reinhold Eichstetter (mit Urkunde links) und Johann Prüfling wurden für ihre Treue zur IG Bau geehrt, wozu Gewerkschaftssekretär Herbert Allert (links) und Ortsvorsitzender Günter Dengler gratulierten. Bild: frd
Lokales
Oberviechtach
30.11.2014
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Viele Berufsanfänger wissen gar nicht, was sie der IG-Bau zu verdanken haben. Doch die Gewerkschaft kann die Situation auf den Baustellen nur weiterhin verbessern, wenn viele Mitglieder sie dabei unterstützen. Darauf wies Herbert Allert bei einer Versammlung hin.

Der Ortsverband Oberviechtach/Nabburg tagte zur Mitgliederversammlung im Cafe Weigl. Ortsvorsitzender Günter Dengler zog die Jahresbilanz und erinnerte an zwei gelungene Tagesausflüge, die an den Tegernsee und nach Bamberg führten. Auch für 2015 plant der Ortsverband wieder zwei Ausflüge; Näheres wird rechtzeitig in der Tageszeitung bekanntgegeben.

Treue Mitglieder

Weiterhin erfreulich sei es, so Dengler, dass mit Reinhold Eichstetter ein Kollege für seine 40-jährige Treue und mit Johann Prüfling sogar ein Kollege für 50-jährige Treue zur IG Bau geehrt werden konnte. Die Ehrung der weiteren Kollegen Michael Wolf (25 Jahre), Karl Knott (40 Jahre), Klaus Sander (40 Jahre), Josef Leyerer (50 Jahre) und Hans Zwack (60 Jahre) wird bei einer dafür geeigneten Feierstunde noch vorgenommen. Dengler forderte die Mitglieder auf, sich auch 2015 wieder an den gemeinsamen Aktivitäten zu beteiligen und zu ihrer Gewerkschaft zu stehen.

Gewerkschaftssekretär Herbert Allert bekräftigte: "Die IG Bau ist Gewerkschaft für alle, die nicht nur zuschauen, sondern aktiv mitgestalten wollen!". In seinem Referat behandelte er die Themen Einkommenserhöhung auf dem Bau, zukunftssichere Renten im Westen und Osten, Arbeitszeitregelungen und Übernahme von Ausbildungskosten.

"Seit Juni 2014 gibt es dank dem Einsatz der IG Bau im Tarifgebiet West und Berlin 3,1 Prozent mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung. Im Tarifgebiet Ost erhalten die Beschäftigen im Baugewerbe sogar 3,8 Prozent mehr. Ab Juli 2015 gibt es im Tarifgebiet West noch einmal 2,6 Prozent und im Tarifgebiet Ost noch einmal 3,3 Prozent mehr Lohn", informierte Allert. Dies mache im Westen etwa 80 Euro und im Osten, in der Lohngruppe vier, fast einhundert Euro mehr in der Lohntüte aus.

Ein Baufacharbeiter verdient derzeit in der Stunde 15,71 Euro und ab Juni 2015 in der Stunde 16,64 Euro; für Baumaschinenführer gibt es noch etwa zwei Euro mehr. Obwohl es in diesen Jahren genügend Arbeit auf dem Bau gibt, waren im Oktober 58 030 Bauarbeiter als arbeitslos registriert, was im Vergleich zum Oktober des Vorjahres in den alten Bundesländern ein Minus von 1,4 Prozent und in den neuen Bundesländern um 11,7 Prozent bedeutet.

Eine weitere Errungenschaft ist die mögliche "Rente mit 63", die von Arbeitern "abschlagsfrei" genutzt werden kann, wenn sie 45 Versicherungsjahre aufweisen können. "Bei dieser neuen Regelung sind Zeichen gesetzt und erkannt worden, dass Arbeitsjahre belohnt werden müssen und nicht nur das Lebensalter beim Erreichen des Rentenalters zählen darf", so der Referent. Auch der "Mindestlohn" habe sich im Bauhauptgewerbe zum Positiven hin entwickelt. So wird derzeit den "Ungelernten" auf dem Bau im Osten und im Westen ein Mindestlohn von 9,90 Euro und den Gesellen auf dem Bau ein Mindestlohn von 12,15 je Stunde gezahlt. Auch für junge Menschen lohnt sich die Arbeit "auf dem Bau", denn im ersten Lehrjahr wird bereits eine Ausbildungsvergütung von über 700 Euro, im zweiten Lehrjahr fast 1100 Euro, im dritten Lehrjahr über 1300 Euro und im vierten Lehrjahr sogar 1460 Euro bezahlt. "Das kann sich doch wahrlich sehen lassen", meinte Allert.

Ein Stück vom "Kuchen"

Da Stillstand Rückschritt bedeute, gelte es für die Gewerkschaftler auch weiterhin dafür zu kämpfen, dass für die Bauarbeiter ein gutes Stück vom derzeitigen "Wirtschaftskuchen" abfällt. Schließlich seien sie es, die bei der Arbeit ihre Knochen hinhalten müssen. Allert: "Das verdient auch eine gerechte Entlohnung!"
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