Asklepios gibt Standort-Garantie

Die Teilnehmer am "Runden Tisch" waren sich einig: Das Krankenhaus Oberviechtach hat Zukunft. Bild: Portner
Lokales
Oberviechtach
04.10.2014
18
0

Asklepios sichert den Fortbestand des Krankenhauses Oberviechtach zu und will das Angebot an ärztlichen Dienstleistungen bedarfsgerecht gestalten. Zu diesem Resultat kam ein "Runder Tisch". Das neue Konzept sieht aber auch strukturelle Änderungen vor.

(am) Bis in die späten Abendstunden hinein hat er am Donnerstag getagt: der von Landrat Thomas Ebeling initiierte "Runde Tisch Krankenhaus Oberviechtach" mit Teilnehmern aus Ärzteschaft, Förderverein, BRK, Politik und des Betreibers Asklepios. Ein klares Signal sendete Asklepios-Konzerngeschäftsführer Dr. Andreas Hartung, der eigens angereist war. Er wird in einer Pressemitteilung des Stimmkreisabgeordneten Alexander Flierl (CSU) zitiert: "Der Krankenhausstandort Oberviechtach ist stellvertretend für viele Standorte in einem Flächenland wie Bayern. Der Standort ist klein, aber für die Grundversorgung der Bevölkerung notwendig. Deshalb müssen wir Strukturen schaffen, um diesem Auftrag nachzukommen".

Laut Regionalgeschäftsführer Dr. Boris Rapp will sich Asklepios auf die Stärken des Hauses konzentrieren und damit weiterhin eine erstklassige Versorgung der Patienten gewährleisten. Hierzu gehöre die Innere Medizin, einschließlich der Intermediate-Care-Versorgung, Endoskopie, Radiologie/CT und ein 24-Stunden- Notfallambulanzbetrieb. Das Krankenhaus Oberviechtach sei da an allen sieben Tagen der Woche ärztlich besetzt, die Notaufnahme immer geöffnet, versicherte er. Ebenso bleibe die Chirurgie am Haus erhalten, und operiert werde während der Regelarbeitszeit. Das OP-Spektrum bestehe derzeit fast nur aus sogenannten planbaren Eingriffen. Die chirurgische Abteilung werde man daher zur Belegabteilung umwandeln, die Innere Medizin in der jetzigen Form belassen. Das Belegmodell biete den Vorteil, dass dadurch eine ambulante Versorgungslücke geschlossen werden könnte: Neben den beiden bereits vorhandenen Belegärzten am Krankenhaus gibt es in der näheren Umgebung bislang keinen niedergelassenen Facharzt für Chirurgie.

Aus dem Gerede kommen

"Ein i-Tüpfelchen wäre zusätzlich eine D-Arzt-Zulassung", erklärte Landrat Ebeling mit Blick auf die landwirtschaftlichen und gewerblichen Betriebe in der Region. Der Landrat betonte die Verantwortung, die Öffentlichkeit und Politik für das Haus hätten. Asklepios habe in der Vergangenheit sicher nicht alles richtig gemacht, aber die neue Geschäftsführung sei gewillt, die Klinik dauerhaft zu erhalten. Dieses Bemühen verdiene die notwendige Unterstützung. Deshalb forderte er im Hinblick auf die nun bestehende Bestandsgarantie ein Ende der immer wieder verbreiteten Schließungsgerüchte. Er warb für eine stärkere Annahme des Hauses. Die beim Gespräch anwesenden Vertreter aus Politik und Ärzteschaft begrüßten das Konzept, das den mittel- und langfristigen Bestand des Hauses sichere.

Das Signal, das vom ersten "Runden Tisch Krankenhaus Oberviechtach" ausgehe, sei ein überaus positives, betonte der Landtagsabgeordnete Alexander Flierl aus Oberviechtach. Die Fokussierung auf die Grund- und Regelversorgung sei eine richtige und zukunftsweisende Entscheidung, das Belegmodell in der Chirurgie ein guter Ansatz zur Beibehaltung operativer Leistungen an kleinen Krankenhäusern. Auch die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml habe in einer ersten Reaktion die Bemühungen begrüßt, das Krankenhaus Oberviechtach zu erhalten. Sie freue sich, dass sich alle Beteiligten auf ein Konzept verständigten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Gesundheitsminister (1235)Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.