Auf dem Weg zur Normalität

Bei der Eröffnung des Inklusions-Sportfestes waren auch Bürgermeister Heinz Weigl (von links), Schulamtsdirektor Georg Kick, Landrat Thomas Ebeling sowie Kreisräte und Bürgermeister aus dem Landkreis anwesend. Rechts die Achtklässler, welche die 18 Stationen betreuten. Bilder: Portner (2)
Lokales
Oberviechtach
17.10.2014
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Jeder hat sein eigenes Tempo, seine Stärken und seine Schwächen. Dies gilt besonders für gemeinsame Aktionen von Menschen mit und ohne Handicap. Das 10. Inklusions-Sportfest auf Kreisebene fand gestern zum ersten Mal in Kooperation mit einer Schule statt.

Federballweitwurf, Hochsprung, Zielwerfen oder Fußballslalom waren nur einige der 18 Stationen, die in der Mehrzweckhalle der Doktor-Eisenbarth-Schule (DESO) aufgebaut waren. Das Wetter spielte leider nicht mit und so musste vom Jahnstadion in die Halle ausgewichen werden. Doch für Organisator Michael Günther und seine Helfer stellte dies kein Problem dar.

Gewinnen zweitrangig

Kurz nach 9 Uhr war die Halle mit circa 60 Hobbysportlern und ihren Betreuern gut gefüllt, als die DESO-Bläsergruppe das Sportfest eröffnete. Das Einzugsgebiet reichte von Reichenbach (Landkreis Cham) im Süden bis nach Glaubendorf im Norden. "Sport stellt den Menschen in den Mittelpunkt", sagte BLSV-Kreisvorsitzender Roger Anders und erläuterte das Motto "Wir packen es gemeinsam, jeder so wie er es kann". "Wir haben heute ein Sportfest der außergewöhnlichen Art. Doch es soll normal im Umgang miteinander werden", sagte Anders. Schirmherr Landrat Thomas Ebeling war überzeugt, dass es allen viel Spaß machen wird und meinte: "Es geht nicht ums Gewinnen, sondern ums Mitmachen!" Bürgermeister Heinz Weigl freute sich, dass Oberviechtach als Austragungsort gewählt wurde: "Dafür stellen wir unsere schöne Mehrzweckhalle gerne zur Verfügung."

Grenzen ausloten

"Es ist bewundernswert zu sehen, wie Menschen ihre Beeinträchtigungen kompensieren, an neue Disziplinen herangehen und ihre Grenzen ausloten", sagte Schulamtsdirektor Georg Kick. Die ganze Gesellschaft sei aufgerufen, Menschen mit Handicap ein gleichwertiges Leben in Arbeit, Schule und Sport zu ermöglichen. Kick lobte das Engagement der Schule bei der Mitorganisation des Sportfestes. Rektor Rudolf Teplitzky begrüßte alle Ehrengäste namentlich. Er freute sich, dass das 10. Kreisbehindertensportfest zum ersten Mal in Kooperation mit einer Schule ausgetragen wird. Er sprach kurz die 18 aufgebauten Stationen an, an denen die Teilnehmer von den Schülern der drei achten Klassen betreut und unterstützt wurden.

Teplitzky erinnerte auch daran, dass die Doktor-Eisenbarth-Schule seit zwei Jahren das Profil "Inklusionsschule" besitzt, aber schon seit 2004/2005 das Thema in den Stundenplan aufgenommen hat. So besteht seit zehn Jahren ein Projekt der jeweils fünften Klassen mit den Naab-Werkstätten. Bevor sich die Achtklässler mit Stoppuhr, Stift und Block auf den Stationen postierten, lud Lisa Schmid alle Anwesenden zum Aufwärmtraining mit Musik ein.

Während die Sportler mit und ohne Handicap eifrig mitmachten, hatten es die meisten Ehrengäste plötzlich sehr eilig. Doch das machte nichts. Denn jetzt standen Taten statt Worte im Mittelpunkt. Bericht zu den Wettkämpfen und zur Siegerehrung folgt. (Seite 25)
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