Barrierefrei in neue Welten

Pause macht AWO-Tanzgruppen-Vorsitzender Michael Wellnhofer selten - hier testet er nur eine von kreativen Mitgliedern aus Paletten gefertigte Bank.
Lokales
Oberviechtach
14.06.2015
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Wo vormittags Kleinkinder zwischen Bauklötzen herumkriechen, befassen sich nachmittags Senioren mit dem Internet. Und abends dürfen Jugendliche unter einer Disco-Kugel übers federnde Parkett hopsen. So stellt sich Michael Welnhofer ein Mehrgenerationenhaus in Oberviechtach vor.

Ende Juni wird für Michael Welnhofer, den Vorsitzenden des AWO-Jugendwerks Tanzgruppe Grün-Weiß, ein Traum Wirklichkeit, den viele nicht für möglich gehalten haben: Neben dem Baugebiet "Am Sandradl" öffnet ein Mehrgenerationenhaus seine Türen. 370 000 Euro sind dafür veranschlagt - und unzählige Stunden freiwilliges Engagement.

"Hier ist der Haupteingang, natürlich barrierefrei", erläutert Welnhofer bei einer Führung durch das fast fertiggestellte Bauwerk. Links, wo noch Bohrmaschinen, Farbkübel und Werkzeugkisten lagern, sollen die vier Krabbelgruppen der Arbeiterwohlfahrt mit Betreuerin Marion Dietz einziehen. Sie teilen sich die Räume mit den Senioren, für die ein Multi-Media-Anschluss installiert ist, damit sie sich mit etwas Hilfe auf der Datenautobahn einfädeln können. Eine kleine Kaffeeküche trennt sie von dem großen Saal mit dem "Schwingboden", der mit seinen 166 Quadratmetern und potenziell 140 Sitzplätzen auch größere Veranstaltungen zulässt. Umkleiden, Garderoben und sogar eine Dusche gehören neben den üblichen sanitären Anlagen zum Konzept.

Wie auf Federn

"Die bunten Lichter an der Decke funktionieren schon", berichtet Wellnhofer und schwärmt von dem federnden Parkett, den das Tanzmariechen schon getestet hat. Sie habe daraufhin gleich eine Stunde länger trainiert. An den Wänden sorgen schallschluckende Akustik-Platten dafür, dass es nicht zu laut wird. "Jetzt fehlt nur noch die Disco-Kugel in der Mitte, dann könnte die erste Ü-12-Plattenparty hier steigen" - ohne Alkohol, darauf legt der Hausherr wert. Mit dem großen Saal hat die Tanzgruppe auch einen Raum für flexible Spezial-Trainingseinheiten. Generell bleibt allerdings die Sporthalle des Gymnasiums das Trainingsdomizil der über 100 Tänzer. "Wir haben auch schon Anfragen von Theatergruppen, die hier auftreten möchten", freut sich Wellnhofer, schließlich sei der Bau nicht für die AWO alleine: "Wir wollen Leben hier oben reinbringen."

Sport und Spiele

Tochter Stella Welnhofer denkt da beispielsweise an Behindertensport. Der Vater hat ein Faible für motorische Früherziehung. Alte Brettspiele könnten Großeltern und Enkel an einen Tisch bringen, auch ein Büro für die AWO-Schuldnerberatung im Kreisverband ist angedacht. "Die Ideen sprudeln nur so, aber man braucht auch Leute, die sie umsetzen", gibt der 59-Jährige zu bedenken. Zweitrangig ist die Einrichtung. "Das muss wachsen", sagt Wellnhofer, "vielleicht dekoriert ja die Tanzgruppe eine Wand im großen Saal mit dem aktuellen Motto." Und auch ein wenig Vergangenheit könnte Einzug halten, wenn im Eingangsbereich Prinzenpaare verflossener Faschingssessionen von den Fotos an den Wänden die Gäste anlächeln. Die haben dann schon die erste Etappe eines herzlichen Empfangs hinter sich: Vor dem Haupteingang des neuen Domizils befindet sich ein riesiger Stein aus Flossenbürger Granit. Ein Geschenk des zuständigen Architekten Christian Schönberger, mit einem eingemeißelten AWO-Herz-Symbol.
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