Barrierefrei ins Leichenhaus

Das Leichenhaus erfährt 2016 einige Schönheitsreparaturen. Dazu wird der Zugang barrierefrei angelegt und die asphaltierten Wege gepflastert.
Lokales
Oberviechtach
18.11.2015
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"Stockfinstere" Aussegnungen sollen bald der Vergangenheit angehören. Der Bauausschuss diskutierte vor Ort umfangreiche Sanierungsmaßnahmen mit Laternen, neuen Wegen und einem barrierefreien Zugang zum Leichenhaus. Auch dort sind einige Schönheitsreparaturen geplant.

"Wir hätten uns ein anderes Wetter gewünscht. Aber wir müssen raus!", kommentierte Heinz Weigl den Blick vom Rathausfenster auf die dunklen Wolken. Bei Regen und Wind ging es zunächst zum Friedhof. Hier stehen nächstes Jahr Sanierungsmaßnahmen an und so waren als Fachleute auch Ingenieur Franz Lintl und Landschaftsarchitekt Andreas Thammer sowie Stadtpfarrer Alfons Kaufmann und Bestatter Josef Maier anwesend.

Kein Asphalt mehr

Der Hauptweg durch den Friedhof birgt Gefahren und soll abgesenkt werden. Mit Unterboden-Austausch würde dies 150 000 Euro kosten, informierte der Bürgermeister. Die Alternative sei eine schwimmende Betonplatte mit Betonsteinpflaster für "nur" rund 70 000 Euro. Noch günstiger käme gegossener Beton mit Besenstrich. Dies konnten sich zwar die zwei Architekten vorstellen, jedoch nicht die Stadträte. Auch die beiden weiteren Wege sollen mit gleichem Belag saniert werden.

Barrierefrei soll künftig der Vorplatz zum Leichenhaus gestaltet sein, dazu wird das Gelände auf Niveau des Vorraumes angehoben. Diskutiert wurden auch Schönheitsreparaturen am Gebäude. Die Holz-Eingangstür mit Glasfronten wurde Ende der 70er-Jahre gesetzt und soll eventuell mit etwas anderer Optik erneuert werden.

Die Idee, die Flügel- oder Schiebetüre bis nach vorne zu ziehen, wurde fallengelassen. Die Holzdecke im offenen Vorraum soll entfernt werden und auch neue Fenster und ein Fassadenanstrich sind im Gespräch. Das Dach sei laut Meinung der Anwesenden noch gut in Schuss, werde aber überprüft. Damit es bei Aussegnungen nicht mehr "stockfinster" ist, wird die schon lange geforderte Beleuchtung installiert.

"An die Lampen gehören dann auch Lautsprecher, damit der Friedhof gut beschallt werden kann", bekräftigte Heinz Weigl. Josef Maier öffnete die Tür zum Bestatterraum. Die Anwesenden sahen die Notwendigkeit für Bodenfliesen und auch für einen neuen Anstrich. Eine Lösung soll auch für eine Sargkühlung ohne Raumaufheizung gefunden werden. Details und Kosten der Sanierungsmaßnahmen werden Thammer und Lintl in der nächsten Stadtratssitzung am 8. Dezember vorstellen.

Urnen in die Wiese

Abschließend wurde das Thema "Urnenbestattung" noch kurz angerissen. Während sich Bürgermeister Heinz Weigl noch nie mit Urnenstelen oder -wänden anfreunden konnte, gäbe es hier eine neue Möglichkeit mit einer "Wiesenbestattung" im mit einer Hecke abgetrennten unteren Friedhofsbereich. Die verrottbaren Bio-Urnen kämen unter eine etwa 50 mal 50 Zentimeter große Bodenplatte; die Wiese wird vom Bauhof gemäht. Auch Pfarrer Alfons Kaufmann gefiel diese Form der Erdbestattung besser als Urnenwände.
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