Begegnung ohne Barriere

Das Kabelgewirr an der Decke zum großen Speisesaal lässt erahnen, wie viel Technik hinter unscheinbaren weißen Flächen steckt. Bilder: frd (3)
Lokales
Oberviechtach
08.11.2014
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Eine winzige Küche, wenig Platz für die Gäste und veraltete Technik: Mit solchen Handicaps hat das Emil-Kemmer-Haus bald aufgeräumt. Als sanierter Schnittpunkt für Soldaten und Bevölkerung erwartet den Bau schließlich bald die erste Feuertaufe.

In den Wintermonaten geht der Umbau des Emil- Kemmer-Hauses (Soldatenheim) in den Endspurt. Schon jetzt zeichnen sich die neuen Konturen der Innenräume deutlich ab. Und die Fassade ist durch den Überbau des früheren Terrassenbereiches im ersten Stock ein wenig dominanter geworden. Die Neueröffnung ist verbunden mit der Feier "50 Jahre Grundsteinlegung Emil-Kemmer-Haus". Im Frühjahr 2015 gibt es damit doppelten Grund zur Feier, eine erste Herausforderung an die neue Infrastruktur. Dann steht dieses "Hauses der Begegnung" offen für Soldaten und Bevölkerung.

Investitionsstau

Ein hoher Investitionsstau, ein nicht mehr zeitgemäßer Brandschutz, ein enormer Energieverbrauch durch veraltete Lüftungsanlagen: So sah die Ausgangslage aus. Dazu kamen die fehlende Barrierefreiheit für Behinderte, eine zu kleine Küche, zu wenig Platz für Gastronomie und kaum variable Tagungsräume. Genug Gründe, warum das Emil-Kemmer-Haus umfangreicher Umbau- und Sanierungsmaßnahmen bedurfte. Seit Jahresbeginn wird auf Hochtouren gearbeitet. Bei Baubeginn war eine Investitionssumme von über 2,3 Millionen Euro veranschlagt worden, dabei wird es voraussichtlich nicht bleiben.

Den Großteil der Umbau- und Renovierungskosten trägt die Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS), die das Soldatenheim auf den "neuesten Stand im gastronomischen und im betreuerischen Bereich für die Soldaten" bringen will. Da dem bisherigen Pächter, Thomas Gundlach, eine gute, wirtschaftliche und gastronomische Führung des Hauses bescheinigt werden konnte, wird er das Haus auch nach der Sanierung mit seinem Team weiterführen.

Einer der ausschlaggebenden Argumente für die Sanierung durch die KAS war die hervorragende Einbindung der Soldaten in die Zivilbevölkerung. Auch der Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier hatte sich für den Erhalt und die Sanierung eingesetzt.

Zwei Fahrstühle

Die Baustelle wird betreut vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, dem auch die Mittelverwaltung obliegt. Eckpfeiler dieses Umbaus sind die Umsetzung des Brandschutzkonzepts, die Neuausrichtung der Fluchtwege, Erneuerung des Treppenhauses, Schaffung von Barrierefreiheit für behinderte Mitbürger und Transportmöglichkeiten durch den Einbau von zwei Fahrstühlen wie auch eine bessere Lärmschutzsituation. Dazu kommen die Kompletterneuerung der Lüftungsanlagen, Vergrößerung der Küche und Erweiterung des Gastronomieraumes um 75 auf dann 175 Quadratmeter, Einbau eines abgegrenzten hellen Spielzimmers zwischen Restaurant und Treppenhaus und Einrichtung einer zweiten Gastronomie, die bei Bedarf genutzt werden soll.

Das Soldatenheim wird künftig ausschließlich vom neu gebauten unteren Parkplatz an der Schönseer Straße erreichbar sein. Nur die Anlieferung von Waren erfolgt über den oberhalb gelegenen Parkplatz. Damit soll den Forderungen der Anwohner nach Lärmschutz Rechnung getragen werden. Und während die Handwerker fleißig bohren und sägen, dürfen sich alle schon jetzt den Kopf darüber zerbrechen, wie die neuen Räume heißen sollen. Die Namenssuche für sechs Mal vier Wände läuft bereits, und es sind schon einige interessante Vorschläge eingegangen.
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