Bestickt, bemalt und geätzt

Mit detailgetreuen Darstellungen aus der Tierwelt beeindrucken diese Ostereier in der im Museum gezeigten Sammlung.
Lokales
Oberviechtach
12.03.2015
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Seit 45 Jahren sammelt der pensionierte Lehrer Werner Höcherl aus Nabburg künstlerisch verzierte Eier aus aller Welt. Mittlerweile zählt seine Sammlung 1600 Objekte in allen Variationen und Größen. 800 davon sind derzeit im Museum zu sehen.

Werner Höcherl hat 800 Eier aus seiner Sammlung dem Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum für eine fünfwöchige Ausstellung leihweise zur Verfügung gestellt. Damit sorgte er beim Kunsthandwerker-Markt für größtes Interesse bei den Besuchern.

Zu allen Zeiten beflügelt

Der Vorsitzende des Museumsvereins, Wilfried Neuber, eröffnete den Markttag und bedankte sich für die Leihgabe und die umfangreichen Vorarbeiten, die Höcherl gemeinsam mit Dekorateurin Maria Näßl aus Nabburg erledigte. Höcherl stellte seine zahlreichen Exponate kurz vor und berichtete über seine Sammelleidenschaft, die ihm zum Finden dieser Schätze beflügelte. Dabei war er jeweils das ganze Jahr hindurch auf der Suche nach interessanten Objekten, nach Adressen von Künstlern und anderen Sammlern und stöberte vor allem in Kunstgewerbe-Geschäften. "Am interessantesten waren da immer die Eierbörsen in der Osterzeit", betonte der Sammler. Die Vielzahl der Motive, mit denen Eier verziert werden können, sei beinahe unbegrenzt.

Für die Ausstellung traf er deshalb eine Auswahl, die einen Einblick gibt in den internationalen Brauch der Eierverzierung, die Bearbeitungstechniken und die Verwendung von Eiern unterschiedlichster Tiere, von Huhn, Gans und Ente bis hin zu Schwan, Pute, Strauß, Emu, Nandu, Tazbe, Wachtel, Elster und Amsel. Die ausgestellten Exemplare stammen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aus Holland, Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn, Ukraine, Rumänien und Russland und aus China. Anfänglich war es üblich, alle Eier einheitlich rot zu färben. Das geschah früher mit Blut, Kalk und Kohle, später mit den Farbstoffen, die man aus Pflanzen gewann und die heute noch von vielen Eiermalern bevorzugt werden. Ansonsten finden Tempera-, Aquarell- und Ölfarben Verwendung.

Heute werden die Eier mit Pinsel oder mit Feder bemalt. Weitere Techniken sind die Kratz-, Ätz-, oder Wachsreservetechnik, sowie die Wachsbossier-, Sgraffiti- oder die Perforiertechnik. In den Vitrinen zu sehen sind auch wertvolle Porzellan-Eier aus der Meissener Schule oder von Hutschenreuther. Marmor- und Halbedelstein-Eier und solche mit Klöppelspitzen sowie bestickte Eier oder Holz-Eier gehören ebenfalls zu den Exponaten.

Noch bis 12. April

Die Ausstellung ist noch zu sehen bis 12. April und zwar an den Sonntagen und Osterfesttagen sowie am Ostersamstag, jeweils von 14 bis 17 Uhr; bei Anmeldung (09671/646611) auch von Montag bis Freitag (vormittags).
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