Bilder von Heimat und Flucht

Viele Asylbewerber und Einheimische trafen sich im Pfarrheim zum Austausch. Einige davon sind schon Freunde geworden. Bilder: frd (3)
Lokales
Oberviechtach
27.05.2015
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Wir müssen diesen Menschen mit offenen Händen und offenem Herzen begegnen und ihnen von "Mensch zu Mensch" entgegenkommen. Das war der Tenor des Treffens mit Asylbewerbern. Einige schilderten die Umstände ihrer Flucht und regten damit zum Nachdenken an.

Der Pfarrheimsaal war mit fast einhundert Teilnehmern gut gefüllt. Eingeladen zum Abend mit den Flüchtlingen aus Syrien, Albanien, aus dem Irak, Armenien und dem Kosovo - einige von ihnen sind erst zwei Tage zuvor in Oberviechtach angekommen - hatte der Arbeitskreis Caritas und Soziales im Pfarrgemeinderat Oberviechtach. Dieser Arbeitskreis bietet bereits seit einem halben Jahr - immer freitags von 15 bis 17 Uhr im Jugendzimmer des Pfarrheimes - Treffen mit den Flüchtlingen bei Kaffee, Kuchen und guten Gesprächen. Jeder der möchte, kann daran teilnehmen.

Zu diesem besonderen Abend konnte Angelika Vogl, die zusammen mit Rita Biegerl und Christl Bodensteiner die Freitagstreffen organisiert, auch Stadtpfarrer Alfons Kaufmann, Kaplan Konrad-Maria Ackermann, den evangelischen Pfarrer Dr. Harald Knobloch, Bürgermeister Heinz Weigl und seine Stellvertretern Christa Zapf sowie viele Engagierte begrüßen. Vogl zeigte sich hocherfreut über den sehr guten Anklang.

Großes Risiko

Zunächst stimmte Ikhttabi Ali, ein 26-jähriger syrischer Rechtsanwalt der seit zehn Monaten in Deutschland ist, mit teilweise erschütternden Bildern aus seiner Heimat auf die Gründe ein, warum viele der Asylbewerber aus ihrer Heimat geflohen sind. "Wir wollen sein, wo Frieden ist und wir nicht jeden Tag um unser Leben fürchten müssen", war eine seiner Aussagen. Auch für ihn war der Krieg in seiner Heimat unerträglich geworden, weshalb er sich, trotz großer Risiken, zur Flucht entschloss. Mit den Worten "Ich hoffe, dass wir gute Gäste in Deutschland sind und dass bald auf der ganzen Welt Frieden herrscht", schloss Ali seinen Vortrag, der zum Nachdenken anregte.

Auch ein 20-jähriger Flüchtling aus Armenien zeigte Bilder aus seiner Heimat und da die Menschen dort sehr gastfreundlich sind, lud er die Anwesenden gleich ein, selbst gebackenen Kuchen aus seiner Heimat zu probieren. Lzgien Ibo, ein 27-jähriger syrischer Arzt, der bereits sehr gut Deutsch spricht, dankte den Oberviechtachern für die gute Unterstützung von vielen Seiten und bat im Namen aller Flüchtlinge, dies auch weiterhin zu tun und auch zu helfen, bürokratische Barrieren abzubauen.

Lzgien wies darauf hin, dass sich viele Asylbewerber Sorgen um ihre Zukunft machen, da sie, obwohl sie schon lange in Deutschland sind, immer noch keine Aufenthaltsgenehmigung und keine Wohnung haben. Gerade für junge Menschen voller Tatendrang und Bereitschaft zur Arbeit sei das ein Problem. Im Laufe des Abends trauten sich immer mehr ans Rednerpult und schilderten ihre Sorgen. Sie machten aber auch deutlich, dass sie in Oberviechtach gut aufgenommen und unterstützt werden.

Von Mensch zu Mensch

Jana Rustler, die sich wie viele Andere auch, im sprachlichen Bereich um die Asylbewerber kümmert, appellierte, wie später auch Stadtpfarrer Alfons Kaufmann, den Flüchtlingen mit offenen Händen und offenem Herzen "von Mensch zu Mensch" zu begegnen, wie das auch die Menschlichkeit und der christliche Glaube verlange.

Angelika Vogl blendete noch einmal auf den Beginn der gut besuchten Freitagstreffen im Pfarrheim zurück und lud alle ein, den zu Freunden gewordenen Asylbewerbern zu zeigen, dass sie dazugehören.
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