"Brandbrief" an Horst Seehofer

Lokales
Oberviechtach
03.11.2014
1
0

Es wird nicht einfacher für die Landwirte. Zwar war es kein schlechtes Erntejahr, aber viele Preise sind eingebrochen. Dazu kommen Änderungen im Steuerbereich. "Die Auflagen stellen einen Angriff aufs Eigentum dar", kritisierte BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann auf der Gebietsversammlung.

Wichtige Themen, die alle Landwirte betreffen, standen auf der Tagesordnung der Gebietsversammlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Kreisobmann Hans Wilhelm begrüßte dazu im "Krämerhof" in Kulz viele Interessierte aus den Ortsverbänden. Auch stellvertretender Kreisobmann Alfred Bauer freute sich über den großen Zuspruch zur Versammlung, räumte jedoch gleich ein: "Es wird nicht einfacher für die Betriebe!" Zwar sei es kein schlechtes Ertragsjahr gewesen, aber die Preise für Getreide, Raps und Kartoffeln seien eingebrochen. Zudem sei die neue Gülle-Verordnung noch nicht "ausgegoren".

"Wir leben in bewegten Zeiten", stellte BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann fest, auch Änderungen im Steuerbereich stünden auf der Agenda. "Die Auflagen stellen einen Angriff aufs Eigentum dar", merkte Wittmann an. Der Bauernverband mit seinen 150 000 Mitgliedsbetrieben in Bayern kämpfe für die Landwirte, getreu dem Jahresthema "Miteinander, füreinander - nicht gegeneinander". Diesen "Kampf" zeigte Wittmann am Beispiel der Gülle-Verordnung auf. Ein "Brandbrief" an Ministerpräsident Horst Seehofer habe bereits etwas Wirkung gezeigt.

Weniger Flexibilität

Wittmann legte deutlich klar, dass es mit Verordnungen im Hinblick auf Gülleanlagen "jetzt reicht". Er zeigte die Aktionen des Kreisverbandes auf, besonders das provokante Presse-Projekt "Brauchen Almkühe bald Windeln?", das zur Düngeverordnung initiiert wurde. "Wir brauchen bedarfsgerechte Düngung!", forderte der BBV-Geschäftsführer und zeigte die zum Teil nicht realisierbaren Vorschriften auf. "Wenn man nur noch Vorschriften hat, ist keine Flexibilität mehr zu machen und der Handlungsspielraum der Landwirte ist mehr als eingeschränkt", lautete seine Feststellung.

Betriebsprämie, Greening und Anbauplanung für 2015 waren weitere Punkte, die Wittmann ausführlich darstellte. Fachberater Dieter Lippert ging auf die Neuerungen im Bereich der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, die Mütterrente und die abschlagsfreie Rente mit 63 ein. Außerdem vermittelte er den Landwirten die Neuzuteilung der Zahlungsansprüche 2015.

Individuelle Beratung

Da die EU in Zukunft nur noch "aktiven Landwirten" Direktzahlungen gewähren will, nahm er eine sachgerechte Abgrenzung vor. Nur durch einen langen Kampf mit der EU-Kommission konnte erreicht werden, dass nicht jeder Bauer einen Zettelkrieg führen muss, um nicht als "unechter Landwirt" zu gelten. Da die Neuerungen sehr komplex sind und Junglandwirte-Zuschlag, Details des Greenings und Neuzuteilung der Zahlungsansprüche individuell zu prüfen sind, bietet der BBV gegen Kostenerstattung eine individuelle Beratung an. Termine können ab Anfang November vereinbart werden, wenn die Umsetzungs-Bestimmungen rechtsverbindlich feststehen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Lea (13792)November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.