Bürgermeister Heinz Weigl empfängt junge Asylbewerber im Rathaus - Dankurkunde überreicht
Gutes Miteinander keine leeren Worte

Mit diesem kunstvoll gefertigten Bild mit der Aufschrift "Danke, Stadt Oberviechtach" überraschten die jungen Männer Bürgermeister Heinz Weigl, dessen Stellvertreterin Christa Zapf und Sachbearbeiterin Stella Welnhofer. Bild: frd
Lokales
Oberviechtach
06.05.2015
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Wie geht es eigentlich den jungen Männern, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und nun in Oberviechtach wohnen? Das wollte Bürgermeister Heinz Weigl von den Betroffenen wissen und lud dazu ins Rathaus ein.

Eigentlich hätten ja alle 54 Asylbewerber kommen können, doch ein großer Teil von ihnen ist ständig unterwegs im Deutschunterricht oder in anderen Maßnahmen des Eingliederungsverfahrens. Mit im Sitzungssaal des Rathauses waren auch die Ansprechpartnerin bei der Stadt, Stella Welnhofer und zweite Bürgermeisterin Christa Zapf. Letztere kennen die jungen Männer schon vom Freitags-Treff im Pfarrheim.

Wie der Bürgermeister von Syrer Ali, einem gut deutsch sprechenden Rechtsanwalt erfuhr, haben sieben der neun anwesenden Männer Abitur. Zwei haben bereits ein Jura-Studium hinter sich und zwei sind fertig ausgebildete Schreiner. Sie verfügen damit über eine gute Bildungs- und Berufsbasis, auf die sich aufbauen lässt, wozu nun natürlich möglichst gute deutsche Sprachkenntnis kommen sollten. Doch auch daran wird fleißig gearbeitet, da sie alle Deutschsprachkurse besuchen und froh darüber wären, wenn sich für sie auch einige "ehrenamtliche Deutschlehrer" zur Verfügung stellen würden. Sie sind aber auch an sportlicher Betätigung in den Oberviechtacher Vereinen interessiert, einer der Männer ist sogar Fitnesslehrer. Freuen würden sich die jungen Männer auch über Fahrräder. Die Verbindung zu den Asylbewerbern übernimmt Stella Welnhofer (Telefon 09671/3 07 13). Obwohl es allen gut in Oberviechtach gefällt, sind sie verständlicherweise mit den Herzen bei ihren Familien in der Heimat, mit denen sie ständig Verbindung halten. Doch sie glauben nicht, dass sich die politische Lage in ihrer Heimat in absehbarer Zeit verändern und dort Frieden einkehren wird.

Diese Zeit und die Möglichkeit sich weiterzuqualifizieren, wollen sie bestmöglich nutzen und die meisten würden bei einer Arbeitsmöglickeit auch gerne in Deutschland bleiben. Völlig überrascht war Bürgermeister Weigl, als ihm Ali im Namen aller Anwesenden ein künstlerisch gestaltetes Bild mit der Inschrift "Danke, Stadt Oberviechtach" überreichte und sich für die freundlichen Aufnahme und die gute Betreuung durch viele Bürger bedankte.

Weigl sagte auch weiterhin die Unterstützung zu und gab seiner Freude darüber Ausdruck, bisher noch nie etwas Negatives über die jungen Mitbürger gehört zu haben. Denn soweit es ihre Sprachkenntnisse erlauben, treten sie der Oberviechtacher Bevölkerung aufgeschlossen und freundlich gegenüber.
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