Chancen für junge Menschen

Lokales
Oberviechtach
27.06.2015
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Eine illustre Ecke: Das neue "Haus der Stiftung" und das "königlich bayerische Amtsgericht" von 1880. Dieses wird nun von der "königlich bayerischen" zur "staatlich bayerischen" Außenstelle, wenn dort 20 neue Arbeitsplätze als Teil des Grundbuchamts München entstehen.

Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern zu schaffen ist das Ziel der "Heimatstrategie" der Bayerischen Staatsregierung. "Diese Heimatstrategie greift bereits", stellte Finanz- und Heimatstaatssekretär Albert Füracker fest, als er am Freitagmittag die Dr.-Max-und-Schwarz-Stiftung besuchte und dabei auch auf Details zur Behördenverlagerung einging.

Kurz vor Fertigstellung

Im noch nicht ganz fertiggestellten "Haus der Stiftung", wo früher das "Haus der Bäuerin" stand, hatten sich Ehrenbürgerin und Nachlassverwalterin Erika Odemer, Repräsentanten des Stiftungsrats, MdL Alexander Flierl, MdL und stellvertretender Landrat Joachim Hanisch sowie etliche Bürgermeister eingefunden. Bürgermeister Heinz Weigl konnte aber auch schon einige Mieter willkommen heißen, die in Kürze einziehen werden.

"In diesem Schmuckstück, das ohne die Schwarz-Stiftung nicht zu schultern gewesen wäre", so Weigl, finden eine Reisebüro, Apotheke, eine Arzt- und eine Zahnarztpraxis ein neues Domizil. Weigls Dank galt einmal mehr dem Stifterehepaar Dr. Max und Margret Schwarz und insbesondere dem Stiftungsrat und Frau Odemer, "die derzeit mehr in Oberviechtach als in München zu Hause ist". "20 Stellen des Grundbuchamtes München sind eine Aufwertung für Oberviechtach und damit ist auch die weitere Nutzung des Amtsgerichts gesichert", freute sich Bürgermeister Weigl und zollte Staatssekretär Füracker und MdL Alexander Flierl Dank für ihren Einsatz.

"Leben findet nicht nur in München statt, sondern in ganz Bayern", begründete Staatssekretär Füracker die Heimatstrategie. Neben dem Kommunalen Finanzausgleich, der Strukturentwicklung und dem Breitbandausbau sei auch die Behördenverlagerung ein wichtiges Element aktiver Strukturpolitik. "Behördenverlagerungen schaffen sichere Arbeitsplätze, dienen der Wirtschaft als Vorbild und stärken die Infrastruktur des ländlichen Raums", bekräftigte Füracker. Er stellt aber auch klar, dass hier nicht Menschen, sondern Stellen verlagert würden und deshalb auch junge Menschen aus der Region Chancen hätten, an diese Arbeitsplätze zu kommen.

Grundbuch-Digitalisierung

Verlagert ins ehemalige Amtsgericht wird ein Teil des Grundbuchamtes München. Hier wird künftig das Grundbuch auf die Einführung des elektronischen Datenbankgrundbuchs vorbereitet. Für Details der Verlagerung ist das Justizministerium zuständig. Genauere Planungen wie etwa die Aufstellung eines detaillierten Zeitplans sind nach Aussage von Füracker bereits am Laufen. Nach Möglichkeit soll mit der Verlagerung bereits 2016 begonnen werden.

MdL Alexander Flierl, der von Staatssekretär Albert Füracker ein dickes Lob für seinen Einsatz bekam, sprach von einem wichtigen Signal für den ländlichen Raum. Er sieht vor allem Chancen für den Rechtspflegerbereich und hofft, dass nun auch baulich in das Amtsgerichtsgebäude investiert wird. "Der Landkreis ist bei der Behördenverlagerung gut weggekommen", stelle Joachim Hanisch fest. Er sprach von ersten Schritten hin zu gleichwertigen Lebensbedingungen, denen noch weitere Schritte folgen müssten. (Seite 23)
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