Christbaum aus der Oberpfalz

Geschafft! Der Baum für Brüssel ist abgesägt und wird vorsichtig verladen. Von rechts: Martin Prey, Alfons Vogl, Armin Schärtl, Reinhard Kreußl, Ilona Knecht-Jesberger, Alwin Kleber, Arnold Kimmerl, Matthias Zäch, Hans Deyerl und Rainer Wild. Bilder: bgl (2)
Lokales
Oberviechtach
30.11.2014
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"Bayern grüßt Brüssel": Einen Christbaum lieferten THW-Helfer aus Oberviechtach am Samstag zur Bayerischen Vertretung in die Hauptstadt Europas. "Mit dem Baum erreichen wir in Brüssel die Herzen", sagte Forstdirektor Alwin Kleber. Doch davor wartete ein Kraftakt auf die Männer.

Jedes Jahr sorgt ein bayerischer Regierungsbezirk für weihnachtliche Stimmung vor der Landesvertretung in Brüssel. Diesmal zeigte sich der Landkreis Schwandorf in einer Gemeinschaftsaktion der beiden Waldbauernvereinigungen (WBV) Neunburg/Oberviechtach und Nabburg/Burglengenfeld dafür verantwortlich.

Nicht leicht zu finden

Martin Prey - Bürgermeister der Gemeinde Niedermurach und zweiter Vorsitzender der WBV Neunburg/Oberviechtach - hatte die Aktion eingefädelt. Ein Bekannter arbeitet in der Bayerischen Vertretung in Brüssel und fragte bei Prey nach einem Weihnachtsbaum an. Frei stehend, eine gute Zufahrt und viele weitere Voraussetzungen schien zuerst ein Baum bei Oberviechtach zu erfüllen. Waldarbeiten kreuzten den Plan und so kam Martin Prey mit der Familie Hans Lorenz aus Haindorf mit einem Ausweichbaum "ins Geschäft". Auch das "Ernten" des 13-Meter-Baumes hatte seine Hürden. Galt es doch, den Baum sanft zu Boden zu bringen und ohne dass ein Ast gekrümmt wurde, in den Sattelzug zu verladen. Vize-WBV-Geschäftsführer Matthias Zäch sägte die Fichte um. Mit dabei ein Spalier an Ehrengästen. Martin Prey bedankte sich beim Landrat für die Übernahme des Großteils der Kosten. Neben THW-Geschäftsführerin Ilona Knecht-Jesberger und den Helfern des Oberviechtacher THW-Ortsverbandes unter der Leitung von Ortsbeauftragten Hans Deyerl galt sein Gruß den WBV-Vertretern Georg Hottner, Reinhard Kreußl und Alfons Vogl sowie Nabburgs Bürgermeister und "Holznachbar" Armin Schärtl. "Wir freuen uns, dass in Brüssel ein Christbaum aus dem Landkreis Schwandorf aufgestellt wird", meinte der stellvertretende Landrat Arnold Kimmerl aus Pfreimd, der beim Umschneiden selbst mit Hand anlegte.

Forstdirektor Alwin Kleber vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beschrieb die Geschichte: "Christbäume haben eine große Tradition. Seit 500 Jahren ist das Aufstellen auf öffentlichen Plätzen dokumentiert." Die beiden THW-Kraftfahrer Rainer Eimerich und Andreas Wagner hatten mit ihrem "17-Meter-Long-Vehicle" vom THW-Landesverband an den Engstellen teils Millimeterarbeit zu leisten, um das Prachtstück sicher über die 700 Kilometer nach Brüssel zu bringen. Ihrer Geschicklichkeit und der ehrenamtlichen THW-Arbeit von Ortsbeauftragten Hans Deyerl, Zugführer Michael Pretzl und den Helfern Reiner Wild, Andreas Liebl, Norbert Pflug und Gottfried Berger hat es die Bayerische Vertretung in Europa nun zu verdanken, dass die Weihnachtsfreude sicher gestellt ist.

Bayerisches Frühstück

Mitarbeiter der Bayerischen Vertretung bereiteten einen herzlichen Empfang. Ministerialrat Michael Hinterdobler begrüßte die THW-Helfer, die die Nacht durchgefahren waren mit einem bayerischen Frühstück. "Herzlichen Dank, dass der THW-Ortsverband Oberviechtach und der Landesverband Bayern das ermöglicht haben" dankte Referatsleiter und Landwirtschaftsreferent Wolfgang Schleicher. Der Schwandorfer und "Wahl-Brüsseler" erzählte von seinem Praktikum bei Martin Prey. Der Christbaum sei ein "Stück Heimat" und sichtbares Zeichen, dass Bayern Wert auf Tradition lege, bekräftigte Hinterdobler. (Seite 3)
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