Damit der Humus im Feld bleibt

MdL Alexander Flierl (hinten rechts) sowie Leitender Landwirtschaftsdirektor Reinhold Witt, Landwirtschaftsrat Karl Seegerer (links daneben) und weitere Fachleute machten den zahlreich anwesenden Landwirten deutlich, dass der Boden- und Wasserschutz Aufgabe aller sei. Dafür gibt es auch staatlich geförderte Hilfsmaßnahmen. Bilder: frd (2)
Lokales
Oberviechtach
14.07.2015
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Boden- und Wasserschutz ist Aufgabe aller. Der Staat fördert entsprechende Schutzmaßnahmen und setzt dabei aber auf Freiwilligkeit und nicht auf das Reglementieren von oben herab.

Die Europäische Union hat mit der seit Dezember 2000 gültigen "Wasserrahmenrichtlinie" in allen Mitgliedsstaaten der EU einheitlich geltenden Umweltziele für den Schutz des Grundwassers und der Oberflächengewässer, (Seen Flüsse und Bäche) geschaffen und festgelegt, wie das Wasser auf hohem Niveau zu schützen ist. Als Hauptziel wird dabei angestrebt, dass sich diese Gewässer, insofern sie es noch nicht oder nicht mehr sind, sich bis 2017 in einem "guten Zustand" befinden. Wichtigste Elemente der zielgerichteten und koordinierten Planungen zum Schutz der Gewässer sind die Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme für Flussgebiete, wofür gerade an den Randgebieten zu den Gewässern sinnvolle und von der EU geförderte Maßnahmen getroffen werden müssen.

Von EU gefördert

Um diese gesteckten Ziele zu erreichen, haben Landtagsabgeordneter Alexander Flierl und das "Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten" in Schwandorf die Landwirte der Region zu einer Informationsveranstaltung in die Randgebiete der Murach eingeladen. Dieses Gebiet im Bereich der Murach ist deswegen ausgewählt worden, da im Vorjahr mehrere, kurz aufeinanderfolgende starke Regengüsse auf Feldern in Hanglagen dazu geführt haben, dass der gute Humus weggeschwemmt und dadurch Gewässer wie die Murach stark verschmutzt worden sind. Wie der Leitende Landwirtschaftsdirektor Reinhold Witt und Landwirtschaftsrat Karl Seegerer bei der Begrüßung der zahlreichen Landwirte in Plechhammer ausführten, solle mit dieser Veranstaltung den Landwirten eine Hilfestellung gegeben werden, wie sie ihren guten Humus vor dem Abschwemmen schützen und zudem einen wirkungsvollen Beitrag zum Gewässerschutz leisten können. Als Angehöriger des Umweltausschusses appellierte MdL Alexander Flierl an die Landwirte, als Anlieger an Gewässer von sich aus einen Beitrag zum Gewässerschutz zu leisten, da die Staatsregierung jede Reglementierung oder gar rechtliche Maßnahmen vermeiden wolle und auf die Freiwilligkeit und Einsicht der Landwirte setze.

In einer regen Diskussion kamen am Beginn der Versammlung die Landwirte wie auch Fischzuchtbetreiber Fritz Heberlein zu Wort, der anerkannte, dass in der Region schon einiges geschehen sei, jedoch in einigen Bereichen noch enormer "Nachholbedarf" im Bezug auf den Gewässerschutz bestehe. Auch Wasserberater Josef Bösl wies auf den dringenden Schutzbedarf des Wassers hin und bot bei Bedarf seine Beratung und Hilfestellung an. Die "Zauberworte" für den Wasserschutz heißen Mulchsaat, Untersaat und Zwischenfruchtanbau, da damit der Humus abgedeckt und gefestigt und vor dem Abschwemmen geschützt werde. Der Zwischenfruchtanbau im Herbst biete eine Nährstoffkonservierung und verbessere die Bodenstruktur, wodurch auch Dünger gespart werden könne.

Appell an Landwirte

Der Zwischenfruchtanbau und die Winterbegrünung bieten zudem dem Wild fast über den ganzen Winter hinweg Äsung und Schutz und können damit auch den Verbiss in den Wäldern vermindern. Viele dieser Maßnahmen werden durch das "Kulturlandschaftsprogramm" gefördert. An einigen Beispielen wurde die positive Wirkung von Mulchsaat und Untersaat gezeigt und das Verständnis für die Notwendigkeit bei einigen Landwirten geweckt.
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