Drama um den Flaschengeist

Mit Staunen verfolgte das Publikum das furiose Nummernprogramm im "Varieté Olymp" des Hohenloher Figurentheaters.
Lokales
Oberviechtach
27.04.2015
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Orientalische Musik, tolle Bühnenbilder, überraschende Effekte - mit diesen Trümpfen begeisterte das Hohenloher Figurentheater die Kinder. Aber auch Mamas und Omas waren entzückt vom Märchen "Aladin" aus "1001 Nacht".

Mit dem Figurentheater haben die "Freunde der Kunst" etwas "ganz Besonderes" engagiert, wie es Klaus Habl bei der Begrüßung formulierte. Er lud die Gäste auf eine Reise in die fantastische Märchenwelt zu dem mächtigen Zauberer Kasim ein. Dieser wollte sich die Lampe mit dem Flaschengeist aneignen, aber Aladin konnte sie zurückholen.

Vielseitige Stabpuppen

Nachdem Aladin vom Flaschengeist ein goldenes Schloss erhalten hatte, konnte er die Tochter des Kalifen heiraten. Nach dem verdienten Schlussapplaus kamen die beiden Akteure Johanna und Harald Sperlich nach vorne und präsentierten, wie sie die Stabpuppen bewegen und blitzschnell die Stimme wechseln. Das Hohenloher Figurentheater ist eines der traditionsreichsten professionellen Figurentheater im deutschsprachigen Raum. Beide Akteure kommen aus Puppenspieler-Familien.

Der Großvater von Harald Sperlich hat das Figurentheater vor 75 Jahren im Hohenloher Land in Gerabronn gegründet. Mittlerweile konnte bereits das 40-jährige Bühnenjubiläum von Johanna und Harald Sperlich gefeiert werden. Mit Sorgfalt und höchster Aufmerksamkeit wurde jedes Detail umgesetzt. Selbst Bauchtanz wurde von den Stabpuppen vorgeführt. Die handgeschnitzten Figuren aus Lindenholz in ihren prächtigen Kostümen wurden mit flinken Händen und unterschiedlichen Stimmen zum Leben erweckt.

Dass das Figurentheater auch Erwachsene in seinen Bann ziehen kann, bewiesen Johanna und Harald Sperlich mit ihren 80 Zentimeter großen Marionetten einen Tag später mit dem Stück "Varieté Olymp". Das Publikum wurde von einem rasanten Programm mit Magier, Akrobatik, Feuershow und Clownerie begeistert. Pauline mit den Rollschuhen, Marie am Trapez oder Emil auf dem Nagelbrett waren neben einer Kunstreiterin, dem lustigsten Clown der Welt und einem Befreiungskünstler einige Höhepunkte des Nummernprogramms.

Als spezieller Clou der Aufführung spielten sich hinter den Kulissen des laufenden Programms eine Liebesgeschichte, ein Drama und sogar ein Krimi ab. Das Besondere dabei, die zwei Künstler standen nicht hinter der Bühne, sondern sie spielten und tanzten mit den Marionetten gemeinsam auf der Showfläche. Nach 70 Minuten Hochleistungsarbeit in Form von Marionetten bedienen, tanzen, sprechen, singen und die Technik managen, was immer wieder eine unglaubliche Herausforderung an die beiden Akteure stellt, erhielten sie den wohlverdienten Applaus.

Zugaben und Fragen

Die Künstler, die auch schon mit Stücken wie "Faust", "Besuch der alten Dame" oder "Jedermann" auf Tournee waren, gaben abschließend einige Zugaben mit ihren Puppen und gingen auf Fragen des Publikums ein. Klaus Habl bedankte sich im Namen der Vorstandschaft. "Wir meinen, dass dies nicht die letzte Einladung war und wir uns in Oberviechtach wiedersehen werden", sagte er abschließend.
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