"Ente" tauscht Ball gegen Ski

Lokales
Oberviechtach
10.11.2015
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Mit Ballkünsten und Schlagfertigkeit hat der Mann mit dem Spitznamen "Ente" seine Fans beeindruckt. Als Fußballlegende fand Willi Lippens vor Jahren auch in Niedermurach Freunde. Wenn er heute seinen 70. Geburtstag feiert, erinnern sich Weggefährten aus der Region an eine Sportart, die der Star eher kläglich beherrschte.

Unvergessen ist Willi "Ente" Lippens auch bei Gerd Thill. Er hat den Spieler aus dem Ruhrpott 1987 dazu bewegt, mit einer Prominenten-Mannschaft zu einem Spiel gegen den FC Niedermurach aufzulaufen.

Für die Lokalmatadoren mit dem damaligen FC-Vorsitzenden Alois Gillitzer und die Kicker Rainer Eiser und Otto Zeitler ging ein Jugendtraum in Erfüllung, als sie gegen "Boss" Helmut Rahn, Buffy Ettmayer und "Bulle" Roth antreten durften.

Die Promis hatten zu diesem Zeitpunkt zwar den Höhepunkt ihrer Karriere längst hinter sich, für ein 7:3 gegen die Niedermuracher reichte es aber doch. Immerhin vier Tore gingen damals auf das Konto von "Ente" Lippens, dem die O-Beine diesen Beinamen eingebracht haben. "Die Ente hat jetzt auch Platz in seinem neuen Leben", berichtet Gerd Thill und packt eine Werbebroschüre für ein Restaurant und Fremdenzimmer "Mitten im Pott" aus. Der Gastronom ist kein anderer als Lippens, der als Spezialität in seinem Lokal in Bottrop "Willis Zwiebelnest" anpreist und im Namen des Restaurants auf eine Begebenheit auf dem Spielfeld anspielt. "Ich verwarne Ihnen", hatte damals ein Schiedsrichter in nicht ganz korrektem Deutsch den Spieler diszipliniert. Darauf Lippens: "Ich danke Sie." So heißt jetzt sein Restaurant. Anekdoten, Autogramme, jede Menge Fotos, Zeitungsausschnitte und sogar signierte Fußbälle und Trikots bewahrt Thill noch viele auf in seinem Ferienhaus in Kagern bei Tiefenbach, das vor vier Jahren zum Hauptwohnsitz geworden ist.

Als Fan von Rot-Weiß Essen, Sponsor und Organisator hat sich der heute 74-Jährige in Fußballkreisen einen Namen gemacht und zehrt noch heute von den Erinnerungen. "Der Willi Lippens hat sogar bei einer Weltauswahl in Pforzheim mitgespielt, das war sein größter Triumph", sagt Thill, der Urlaube und lange Nächte an der Bar mit den Idolen verbracht hat. "Ortiz, Jairzinho, Figueroa, Lima, Torres", zählt er als Ikonen auf, mit denen sein Freund Willi auf dem Platz stand.

Und wie feiert der Fußball-Star von einst seinen 70.? "Er lässt sich überraschen", meint Thill, der ihm gleich vormittags gratulieren will. Er hofft nun auf ein Wiedersehen in Tiefenbach oder Oberviechtach. "Der Willi hat gesagt, er würde gern mal wieder Ski ausprobieren hier, wo doch im Ruhrpott alles flach ist und kaum Schnee liegt", erzählt Thill.

Die Skiausrüstung, die der Fußballer vor etwa 30 Jahren bei einem Besuch von einem Oberviechtacher Fachgeschäft geschenkt bekam, dürfte allerdings nicht mehr zeitgemäß sein. Und als Ski-Ass hat sich der Dribbelkünstler auch nicht entpuppt. Dafür nahm er es mit Humor, als sein erster Spaziergang auf Brettern nicht ganz an das Niveau auf dem Rasen heranreichte.
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