Entschleunigt und ohne Prunk

Lokales
Oberviechtach
05.01.2015
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"Wir können den Wegen im neuen Jahr vertrauen, weil Gott uns begleitet und unsere Ängste, Sorgen und Nöte annimmt", verkündete Pfarrer Dr. Harald Knobloch beim gut besuchten Jahresabschlussgottesdienst. Dies wurde mit dem Lied "Von guten Mächten wunderbar geborgen" bekräftigt.

Die Predigt stand unter dem Thema der Jahreslosung: "Nehmt einander an wie Christus euch angenommen hat zum Lob Gottes." Anfangs blickte der Geistliche auf Kopenhagen, eine Stadt voller glücklicher Menschen, und suchte nach Gründen für diese Zufriedenheit. Statt auf Prunk und Außenwirkung setze man seitens der Stadtväter lieber auf Lebensqualität. "Festina Lente! Eile langsam!" und "Keep it simple! Lebe so einfach wie möglich" seien die Leitsprüche, die das Leben in Kopenhagen einfach machen und entschleunigen.

"Neid, Konkurrenzdenken, das ständige Vergleichen mit anderen und deren Besitz machen nicht glücklich", betonte der Geistliche. Paulus hat an die Christen in Rom geschrieben: "Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lob Gottes." Bereits damals habe es also Konflikte und Auseinandersetzungen gegeben, die Paulus nicht ignorieren konnte.

Die Frommen verglichen sich mit den weniger Frommen, die Armen waren unglücklich, da sie sich mit den Reichen verglichen, die Starken im Glauben verachteten die Schwachen im Glauben. Deshalb forderte Paulus, das Vergleichen bleiben zu lassen - oder sich mit Christus zu vergleichen. Die Botschaft "Du bist von Christus angenommen", mache es einfacher, glücklich zu leben. Abschließend gab Dr. Knobloch den Gläubigen mit auf den Weg: "Lassen wir die ewigen Vergleiche im alten Jahr zurück. Ein glückliches Leben fängt da an, wo man sich selbst und die Mitmenschen annehmen kann."

Musikalisch wurde der Abendmahlsgottesdienst vom Posaunenchor gestaltet. Der Geistliche bat die Gläubigen, alles aufzuschreiben, was man Gott sagen möchte und was man hinter sich lassen will: "Halten Sie Rückblick auf das abgelaufene Jahr und notieren Sie auf das Blatt, was Sie geärgert oder geängstigt hat, aber auch, was Sie beflügelt hat.

Nach dem Segen gingen die Kirchenbesucher von Glockenläuten begleitet in den Pfarrgarten. Am offenen Feuer verbrannten sie die Zettel, auf die sie ihre Gedanken niedergeschrieben hatten. Bei Glühwein und guten Gesprächen klang der feierliche Gottesdienst aus.
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