Erwin Kliem sammelt auch mit 85 noch täglich den Müll auf den Oberviechtachs Straßen ein
Großer Idealist mit Sinn für Sauberkeit

Lokales
Oberviechtach
18.02.2015
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"Oberviechtach ist die sauberste Stadt der Oberpfalz", sagte Erwin Kliem aus der Böhmerwaldstraße 2 zu Bürgermeister Heinz Weigl, als ihm der Rathauschef die Hand schüttelt. Es ist der 85. Geburtstag von Kliem, dessen Blick kein Kaugummi oder Taschentuch entgeht.

Dass Oberviechtach über das ganze Jahr hinweg so sauber ist, ist in großem Maße dem Jubilar, der liebevoll der "Mister Saubermann" genannt wird, zu verdanken. Tag für Tag, bei Regen, Schnee und Kälte zieht er mit seinen Plastiktüten durch die Stadt und hebt alles auf, was andere so achtlos wegwerfen.

Da er das schon seit vielen Jahren macht und damit ehrenamtlich und ohne jeden Auftrag für Ordnung und Sauberkeit in der Eisenbarthstadt sorgt, ist er für "vorbildliche Leistungen im Dienste eines aktiven Schutzes von Umwelt und Gesundheit" gewürdigt worden: Im April 2005 bekam er vom Bayerischen Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz eine Urkunde als Dank und Anerkennung. Auch die Stadt Oberviechtach würdigte die Leistungen Erwin Kliems bereits mit dem "Ehrenteller der Stadt", weshalb er an seinem Geburtstag auch anmerkte, dass er sich schon zweimal ins "Goldene Buch" der Stadt eintragen durfte. Bürgermeister Weigl dankte dem jung geblieben Jubilar für sein unermüdliches Engagement, mit dem er die Straßen sauber hält. Dadurch sei er aus Oberviechtach nicht mehr wegzudenken.

Erwin Kliem wurde am 12. Februar 1930 in Großbargen im Bezirk Breslau (Schlesien) geboren und besuchte dort auch die Volksschule. Durch den Krieg musste er seine Heimat verlassen. Zunächst verdiente sich der Jubilar seinen Lebensunterhalt als Müller und in der Landwirtschaft, ehe er als Schaffner und Wagenführer in einem volkseigenen Betrieb in Cottbus für 36 Jahre eine Arbeit fand, die ihm wirklich Spaß machte. Dort konnte er auch seine Freundlichkeit gegenüber den Mitbürgern ausleben.

2000 zog es ihn zu seiner Tochter Peggy (der Jubilar hat auch noch einen Sohn), die ihren Papa liebevoll umsorgt. "Wenn ich meine Peggy nicht hätte, ginge es mir nicht so gut", ist ihm klar. Besonders freute sich der Jubilar als fleißiger Kirchgänger auch über den Besuch von Lothar Flaschel, der ihm die Glückwünsche der Pfarrgemeinde samt Urkunde und einem "guten Schluck" übermittelte. Als die beiden auch noch feststellten, dass sie in ihrer Kindheit jeweils sechs Jahre Messdiener gewesen sind, war die gute Verbindung gleich hergestellt, und es konnte die schöne zweiteilige Torte mit der Acht und der Fünf (85) angeschnitten werden.

Bürgermeister Weigl stellte beim Abschied fest: "Solche Idealisten wie den Herrn Kliem könnten wir noch mehr in Oberviechtach gebrauchen."
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