Festspielsaison startete mit zahlreichen Ehrengästen
Innovativ wie Eisenbarth sein

Lokales
Oberviechtach
05.06.2015
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Die 14. Festspielsaison startete mit zahlreichen Ehrengästen unter der Schirmherrschaft von MdL Alexander Flierl. Beim Empfang spannte Flierl den Bogen von der Barockzeit in die Gegenwart und machte deutlich, dass man auch heute noch von Eisenbarth lernen kann.

Bei herrlichem Festspielwetter begleitete Schirmherr Alexander Flierl am Fronleichnams-Abend die zahlreichen Ehrengäste unter den Klängen des Kolping-Spielmannszugs vom Rathaus auf den Marktplatz. Hier wurde mit dem anschließenden Einzug des Doktor Eisenbarth (Dr. Florian Waldherr) die 14. Festspiel-Saison feierlich eröffnet.

Steile Karriere

Der geniale Wanderarzt aus der Barockzeit erklärte einleitend, dass man in diesem Jahr den "hochgelehrten Advocatus Alexander Flierl" wegen seiner Kontakte zum Landesvater in München "als Schutzherr unseres Spektakels" gewählt habe. Die zahlreichen Ehrengäste des Premierenabends begrüßte Bürgermeister Heinz Weigl, darunter der Europaabgeordnete Albert Dess, die Landtagsabgeordneten Tanja Schorer-Treml und Reinhold Strobl, Landrat Thomas Ebeling, zahlreiche Bürgermeister und Behördenvertreter sowie die früheren Schirmherrn Johannes Krämer und Wolfgang Händlmeyer. Letzterer übergab das Zepter feierlich an seinen Nachfolger Alexander Flierl.

Flierl erinnerte in seiner Schirmherren-Rede, dass mit diesem barocken Historienspiel Oberviechtach in die Reihe der Oberpfälzer Festspielstädte aufgenommen wurde. Eisenbarths Bedeutung für die Gegenwart leitete Flierl aus der Diskrepanz zwischen karger Kindheit mit ungünstigen sozialen Verhältnissen und der steilen Karriere als erfolgreicher Chirurg im späteren Leben ab. Auch sein profitables Marketing bei Arzneimitteln verweise in die Zukunft. Heute hätte Doktor Eisenbarth einen Webshop und auf einer Facebook-Seite würde er Fans sammeln. "Er wäre ein großer Star mit der entsprechenden Resonanz in den Medien", so Flierl.

Ähnlich wie einst Eisenbarth setzten sich heute "Hidden Champions" aus der Region auf den internationalen Märkten durch. Ingenieure, angesehene Wissenschaftler und hervorragende Fachkräfte aus der Oberpfalz seien auf der ganzen Welt im Einsatz. Wie Eisenbarth einer rückständigen Medizin begegnet sei, so müsse heute auf der Basis einer hervorragenden Ausbildung und gesunden Selbstvertrauens Mut zu Innovationen entwickelt werden. MdL Alexander Flierl rief dazu auf, das Potenzial des ländlichen Raums zu nutzen und "unsere Heimat erfolgreich aufzustellen".

Festspielleiter Martin Zimmermann würdigte die Herausbildung einer Festspielgemeinschaft, seit vor mehr als 15 Jahren der Verein gegründet wurde, mit dem sich der Geburtsort Eisenbarths im ostbayerischen Festspielsommer etablieren konnte. Zimmermann würdigte das Festspiel als Gemeinschaftswerk, an dem das Ortenburg-Gymnasium als Geburtshelfer und mit der Gaukler-Truppe als sportlich-dramaturgischer Mitgestalter beteiligt sei. Aber auch die Doktor-Eisenbarth-Schule, der Kolping-Spielmannszug und weitere Vereine wertete der Festspielleiter als wertvolle Impulsgeber. Er würdigte Idealismus und Engagement des gesamten Ensembles sowie von Regisseur Michael Eckl, der seinerseits den 120 Akteuren für Einsatz und Zusammenhalt dankte.

Als Bindeglied gewürdigt

Aus der Partnerstadt Hannoversch Münden, wo Eisenbarth begraben liegt, nahm eine Delegation mit stellvertretendem Bürgermeister Günter Fraatz an den Premierenfeierlichkeiten teil. Dieser bezeichnete den barocken Wanderarzt als bemerkenswertes Bindeglied einer seit Jahrzehnten funktionierenden, freundschaftlichen Städtepartnerschaft.
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