Flüchtlingsschicksal hautnah

Der politische Flüchtling Lazgin Ibo (Achter von rechts), hier zusammen mit Deutschlehrerin Monika Krauß und Sozialkundelehrer Georg Lang (Sechster von rechts), beantwortete den Schülern Fragen zur Situation in Syrien, zur Flucht und zu seiner aktuellen Lage. Bild:pso
Lokales
Oberviechtach
27.02.2015
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Syrien ist weit weg. Mit den Menschen, die aus diesem Land geflohen sind, rückt es näher. Lazgin Ibo kennt die Schrecken des Krieges in seiner Heimat - und das Misstrauen im Gastland. Seine Erfahrungen finden jetzt Platz in einem Klassenzimmer des Ortenburg-Gymnasiums.

"Möglichkeiten und Grenzen der Zuwanderung" lautet ein Themengebiet, das in der Sozialkunde der 11. Jahrgangsstufe behandelt wird. Die Theorie um Migranten, Flüchtlinge und Asylsuchende wurde am Ortenburg-Gymnasium durch die Praxis untermauert, als der syrische Flüchtling Lazgin Ibo zu erzählen begann. Sein Asylverfahren ist inzwischen nach neun Monaten Wartezeit positiv abgeschlossen.

Medizin studiert

Auf Vermittlung von Monika Krauß kam der Asylsuchende aus Syrien nun in die Sozialkunde-Kurse, um von seinem ganz persönlichen Schicksal zu berichten. Der 27-jährige politische Flüchtling hat in Syrien sechs Jahre Medizin studiert, ist Internist und spricht mittlerweile so gut Deutsch, dass er sämtliche Fragen der Schüler nicht nur beantworten, sondern auch Erklärungen und Bewertungen vornehmen kann. Das ist auch ein Verdienst zahlreicher ehrenamtlicher Förderer der jungen Oberviechtacher Syrienflüchtlinge, wie Lazgin Ibo selbst bekennt. Sein besonderer Dank galt in diesem Zusammenhang auch Monika Krauß. Sie habe sein zielstrebiges Erlernen der deutschen Sprache nachhaltig gefördert.

Den Schülern der Sozialkundekurse führte der Gast - unterstützt mit Fotomaterial - die derzeitige Kriegssituation in Syrien vor Augen. Mit Schrecken erinnerte er sich an die abenteuerliche Flucht in einem Schlauchboot, die zunächst nach Italien führte.

Viele Vorurteile

Er beleuchtete sehr ausführlich seine persönliche Situation. Seine Familie sei in die Türkei geflohen, er selbst kam mit zahlreichen weiteren jungen Flüchtlingen über das Notaufnahmelager Zirndorf nach Oberviechtach. Hier könne er sich jetzt wohlfühlen.

Gute Erfahrungen hat der Asylbewerber aber nicht überall gemacht. Auf seinen vorherigen Stationen begegneten ihm auch Misstrauen und Vorurteile.
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