Für Alarm und Einsatz gerüstet

Bei der groß angelegten 24-Stunden-Übung mussten sich die Nachwuchskräfte von sechs Feuerwehren mit realistischen Einsatzszenarien auseinandersetzen. So waren nach einem "Zusammenstoß" von zwei Fahrzeugen in Pullenried zwei Schwerverletzte zu retten und mussten noch im Fahrzeug erstversorgt werden. Bild: frd
Lokales
Oberviechtach
22.04.2015
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Der Nachwuchs ist das Fundament der Feuerwehren. In die ehrenamtliche Arbeit für die Sicherheit der Mitbürger können die Jugendlichen gar nicht früh genug eingebunden werden. Bei einer 24-Stunden-Übung haben die Anwärter von sechs Ortswehren gezeigt, was sie schon alles drauf haben.

Der Vorsitzende der Feuerwehr Pullenried, Franz Balk, wertete es als Auszeichnung für die Ortswehr, dass so eine große Übung schon zum zweiten Mal in Pullenried abgehalten wird. Aus den Feuerwehren Schönsee, Stadlern, Eslarn, Dietersdorf, Gaisthal und Pullenried waren zahlreiche Jugendliche im Gasthaus Greber angerückt. Die Anwesenheit von Bürgermeisterin Birgit Höcherl (Schönsee), der Bürgermeister-Stellvertreter Hans Hösl (Oberviechtach) und Tobias Eckl (Stadlern) sowie der Kreisbrandmeister Marek Engelmann und Thomas Kleber dokumentierte das Ansehen des Feuerwehrnachwuchses.

Großfeuer simuliert

Um für das Übungsszenario gerüstet zu sein, durften sich die Buben und Mädchen noch mit einem Schweinekrustenbraten stärken. Dann ertönte gegen 20 Uhr bereits die erste Alarmsirene. Per Funk hieß es "Alarm für den ersten Zug, Mülleimerbrand in der Ortsmitte von Pullenried". Der zweite Zug musste wegen einer "Getreidespur am Wasserspeicher Pullenried" ausrücken. Gegen 22 Uhr wurde es dann so richtig ernst, als alle zu einem simulierten Großbrand im Sägewerk Fuchs ausrücken mussten.

Flächenbrand verhindert

Nur wenige Minuten später waren die Feuerwehranwärter an der Brandstelle und bauten die Löschwasserversorgung auf, denn gleich an drei Stellen war eine rasche Bekämpfung der Flammen nötig. Der schnelle Einsatz verhinderte, dass das Feuer auf angrenzende Bäume und eine Wiese überspringen konnte. Es gelang, die Feuerstellen gänzlich zu löschen und einen drohenden Flächenbrand zu verhindern. Nachdem die Fahrzeuge wieder aufgerüstet und die Einsatzbereitschaft hergestellt war, durften sich die Jugendlichen eine kleine Nachtruhe gönnen.

Doch schon um 6 Uhr früh holte sie der nächste Alarm aus den Federn: Erneut brannte ein Mülleimer, außerdem musste zu Nachlöscharbeiten beim Sägewerk in Pullenried angerückt werden. Nach einem kurzen Frühstück riefen weitere Alarmierungen den Nachwuchs zu einem simulierten Verkehrsunfall sowie zu einem Pkw, auf den ein Baum gestürzt war. Eine weitere Gruppe erhielt den Einsatzbefehl "Öl auf der Murach in Mitterlangau", und andere Kräfte mussten das Szenario "Verkehrsunfall mit vier eingeklemmten Personen" bewältigen. Die ganze Bandbreite an Einsätzen war also bei dieser 24-Stunden-Übung gefordert. Die insgesamt 50 jugendlichen Teilnehmer, die von elf Jugendwarten und neun Betreuern beaufsichtigt wurden, hatten alle Hände voll zu tun. So durfte der Nachwuchs mit Rettungsspreizer und -schere Autotüren öffnen oder das Dach abtrennen. Bei der Rettung der Verletzten wurde eng mit Kräften des Roten Kreuzes zusammengearbeitet.

Nach dem Mittagessen erhielten die Jugendlichen durch Joseph Süß einen Crashkurs über die Herz-Lungen-Massage und Erste-Hilfe-Maßnahmen. Bei weiteren Einsätzen war ein Waldarbeiter unter einem Baum zu befreien, galt es, Brände im ehemaligen Berliner Zeltlager und am Ortsrand von Pullenried zu meistern. Nach einem gemeinsamen Abendessen zum Abschluss zeigte sich Jugendwart Matthias Balk, der die Übung geleitet hatte, sehr zufrieden mit dem Ablauf und bedankte sich bei den Jugendlichen aus den sechs Wehren für ihr "exzellenten Leistungen".
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