Fundus für Familienforschung

Maximilian Zinnbauer bedankt sich bei Christa Zapf mit einem Blumenstrauß für die Mithilfe.
Lokales
Oberviechtach
24.09.2014
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Maximilian Zinnbauer ist von akribischem Forschergeist getrieben. In einer Feierstunde stellte er bereits Band sechs der grauen Reihe vor. Das Buch listet Orte und Herrschaftsverhältnisse im Pflegamt Murach auf. Interessant sind die Zinsbelastungen der Untertanen.

Kaum ein halbes Jahr ist vergangen, seit Maximilian Zinnbauer aus Germering seinen Band sieben der Blauen Reihe der Archivalien-Edition zur Geschichte des Marktes Oberviechtach und des Pflegamts Murach veröffentlichte. Am Freitag wartete er im Rathaus mit einem weiteren, 350 Seiten zählenden Schriftwerk, dem Band sechs der grauen Reihe auf.

Aus dem Jahr 1606

Zu dieser Feierstunde hatte Bürgermeister Heinz Weigl in den Sitzungssaal eingeladen. Er musste sich, terminlich bedingt, allerdings schon vorzeitig verabschieden. Auch Ellen Zinnbauer, das Helferteam mit Zweiter Bürgermeisterin Christa Zapf, Studiendirektor a. D. Paul Wallinger und Willibald Wirnshofer, sowie Dr. Wolfgang Janka, Mitarbeiter an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Kreisheimatpfleger Ludwig Berger, Kreisarchivpfleger Dr. Reiner Reisinger und der Kulturbeauftragte der Gemeinde Tiefenbach, Richard Bierl, waren anwesend. Zum Thema dieses neuen Bandes "Die Zins- und Steuerbücher des Pflegamtes Murach - mit Einträgen aus dem Sal- und Zinsbuch des Pflegers Georg von Ruestorff" bat Zinnbauer die für Korrektur und Umsetzung in die Gegenwartssprache beauftragte Christa Zapf um ein einleitendes Statement.

Diese verwies auf Richter Johannes Plaustrinus, der im Jahre 1606 dazu den Auftrag erteilte, und listete eine Reihe von Personennamen und Dorfschaften auf, welche zum Teil noch heute geläufig sind. Detailgenau ist auch der damalige Grenzverlauf zu den zum Pflegamt Murach gehörenden Ortschaften mit den Herrschaftsverhältnissen und den Zinsbelastungen der Untertanen aufgeführt. "Das Buch, welches man bei der Stadtkasse erwerben kann, ist sehr wertvoll für die Familienforschung und liefert auch viel Stoff, der in Festschriften verwendbar ist", betonte Zapf.

Buchautor und Verfasser Maximilian Zinnbauer ging anschließend selber noch ausführlich auf den Inhalt dieses grauen Bandes ein, in dem er vor allem das von Regierungsarchivar Simon Joseph Wisinger 1796 kolationierte Sal- und Zinsbuch des Pflegamts Murach aus dem Jahr 1606 beschreibt. Für eine übersichtliche Handhabung wurde das Register in Sachverzeichnisse unterteilt: Orts- und Personenverzeichnis, Straßen-, Wege-, Stege-, Stege- und Flurnamenverzeichnis, sowie ein Sach-, Gewässer-, Weiheranlagen- und Pfründeverzeichnis.

Ersatz für Kirchenbücher

Erklärt werden alte Begriffe und Ausdrücke, die heute fast unbekannt sind; auch für die örtliche Flurnamenforschung gibt das Sal- und Zinsbuch einen reichen Fundus. Sehr umfangreich sind die Erwähnungen von Vorbesitzern oder Nachfolgern auf Hämmern, Mühlen, Höfen oder Häusern.

Diese graue Reihe verfolgt den Zweck, möglichst viele Personennamen zu erfassen und nach standestypologischen Merkmalen aufzuzeigen. Dies dient zugleich als Ersatz für die bei der großen Brandkatastrophe im Jahr 1773 verbrannten Kirchenbücher der Pfarrei Oberviechtach.
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