Glücksfall und Tiefpunkt

Ehrenmitglied Hans Steger (rechts) überbrachte die Grüße von Bastian Steger und überreichte für den Verein eine Tasche voll Trikots und Hosen, die sein Sohn Bastian handsigniert hatte.
Lokales
Oberviechtach
03.08.2015
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Das größte Aushängeschild des Kolping-Tischtennisvereins ist Bastian Steger. In 50 Jahren musste der Verein neben Erfolgen aber auch Tiefschläge verbuchen. Die Jubiläumsfeier bot Gelegenheit für eine Bilanz.

In seiner Festrede bei der Jubiläumsfeier ging Vorsitzender Henry Seifert auf die wechselvolle Geschichte des Vereins ein. Gegründet wurde er am 20. Juli 1965 von Mitgliedern der Kolpingfamilie, der Monatsbeitrag betrug damals eine Mark, und Vorsitzender war Andreas Würfl. Spielleiter und Kassier war Karl-Heinz Stoppa, Gerhard Mauritz und Günther Veitenhansl fungierten als Schriftführer, Helmut Tragl hatte den Posten des Gerätewarts inne.

Namhafte Spieler

Das Spiel-Lokal war damals keine Turnhalle, sondern das Pfarrheim. Beim Gedenkgottesdienst wurde besonders an die verstorbenen Gründungsmitglieder Helmut Tragl, Hans Wohlfahrt sowie Andreas und Elisabeth Würfl erinnert. Tiefpunkte erlebte der Verein, als es darum ging, die Abgänge namhafter Spieler wie Bastian Steger und Christoph Frauendorfer zu kompensieren. Im Jahr 2008 waren nur noch 88 Mitglieder registriert, in der Jugend gab es nur eine Mannschaft, die in der dritten Kreisliga spielte.

Erfolgreiche Offensive

Nach einer großen Offensive 2009 steigerte sich die Trainingsbeteiligung bei den Jugendlichen, auch Erwachsene fanden den Weg zum Verein, der heute 130 Mitglieder zählt. So kann der Start in die nächste Saison mit drei Herren- und drei Jugendmannschaften sowie einer Mädchen- und einer Bambinimannschaft erfolgen.

Die Steigerung der Mitgliederzahl ist laut Seifert auch auf die Kooperation des Vereins mit der Doktor-Eisenbarth-Schule zurückzuführen. Regelmäßige Teilnahme bei den Tischtennis-Camps in der Sportschule in Oberhaching, Gastgeber für Jugendturniere von der Kreis- bis zur Oberpfalzebene mit 100 Kindern, Besuch der Tischtennis-Bundesliga in Frankfurt sowie das Projekt Tischtennismobil an Schulen würden das Engagement des Vereins belegen, der auch mit großen sportlichen Leistungen aufwarten kann.

Seiferts Dank galt allen Spielern, Betreuern, Trainern, Vorstandskollegen und Mitgliedern, die zu der großartigen Bilanz beigetragen haben. Für weitere detaillierte Informationen verwies er auf die umfangreiche Chronik von Michael Hösl, der 25 Jahre lang den Vorsitz des Vereins inne hatte. Auch "Urgesteine" des Vereins wie Karl Roßmann, Karl-Heinz Stoppa und Dr. Ludwig Schießl standen für weitere Auskünfte zur Geschichte zur Verfügung.

Applaus für Seifert

"Beim Sport werden soziale Kompetenzen gefördert, und dies macht der Tischtennisverein in hervorragender Weise", betonte Pfarrer Alfons Kaufmann. Der Kreisvorsitzende Henry Schnorrer hob die besondere Fairness des Oberviechtacher Vereins und die große Gastfreundschaft hervor. Er blickte auf die großen Verdienste von Henry Seifert und seiner Frau Mandy, die den neuen Höhenflug des Vereins ermöglicht hätten. Als Bezirksvorsitzender Edi Hochmuth Henry Seifert seinen großen Respekt für dessen Leistung aussprach, gab es begeisterten Applaus.

Kolping-Vorsitzender Michael Herzog erinnerte an Andreas Würfl, der sicher gerne an diesem Tag dabei gewesen wäre, und bezeichnete die Familie Seifert als Glücksfall, stecke sie doch all ihre Energie in den Verein. Landtagsabgeordneter Alexander Flierl hob die gute Bilanz auf sportlicher Ebene hervor. Der Kolping-Tischtennisverein sei ein gutes Beispiel für andere Clubs. "Sport bedeutet auch Stärkung des Zusammenlebens in der Gesellschaft, und so wird die Jugendarbeit vonseiten der Staatsregierung sehr geschätzt und auch gefördert", so Flierl. "Ich habe noch nie erlebt, dass ein junger Mann in so kurzer Zeit so viel bewegen kann", zeigte sich Ehrenmitglied Hans Steger über Henry Seifert erfreut und überreichte als Überraschung eine Tasche voll Trikots und Hosen, die Bastian Steger, der sich an diesem Abend auf einem Lehrgang befand, handsigniert hatte. Nach dem Abendessen erfolgte die Ehrung langjähriger Mitglieder.
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