Goldfieber bricht wieder aus

Mit viel Eifer und auch ein wenig Aufregung machten sich die jungen Goldwäscher an die Arbeit. Immer wieder war der Blick hoffnungsvoll in die Waschpfanne gerichtet. Bilder: frd (2)
Lokales
Oberviechtach
03.06.2015
0
0

Ein wenig Fieber war schon zu spüren, bei der ersten offiziellen Goldwanderung 2015 - vor allem, nachdem gleich zwei Goldflinserln in einer Pfanne schwammen. Es war zwar nicht der große Fund, doch Erfahrungen als Goldgräber konnten bei der Exkursion dennoch gesammelt werden.

(frd/bgl) Gold erweckte schon immer Gier, aber auch Freude und Glück. Das Edelmetall hat mit dem Glauben, aber auch mit dem Aberglauben und den überlieferten Sagen viel zu tun. Hintergründe darüber, und vieles mehr, erfahren die Teilnehmer bei den Wanderungen im ehemaligen Abbaugebiet in der Langau.

Zuerst ins Museum

In den Pfingstferien fand die erste öffentliche Goldwanderung in diesem Jahr statt, zu der die Tourist-Information der Stadt eingeladen hatte. Wie schon so oft versammelte sich eine stattliche Zahl an Teilnehmern im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum, wo sie Wanderführer Ludwig Berger begrüßte und anhand von Schautafeln und Exponaten für das edle Metall in die Thematik einführte. Anhand vieler Archivunterlagen, welche im Staatsarchiv Amberg und im Hauptstaatsarchiv München lagern, ist die Rekonstruktion der Bergbaugeschichte von Oberviechtach möglich. Dr. Gerhard Lehrberger von der TU München hat sich 1983 des Themas angenommen und im Sonderdruck der Heimatkundlichen Beiträge niedergeschrieben. Demnach fand die erste urkundliche Erwähnung des Goldbergwerks in der Langau bereits im Jahr 1318 ihren Anfang. Über Jahrhunderte hinweg haben Erzsucher, Geologen und Mineralogen das Gelände durchstreift.

"Begonnen hat alles dann mit den geologischen Untersuchungen einer Bergbaufirma, welche Dr. Lehrberger leitete", berichtete Ludwig Berger. Nach weiteren Recherchen, in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, wurden auch Grabungen vorgenommen, die den Kenntnisstand über die Bergbau- und Industriegeschichte der Oberpfalz erweiterten. Bei diesen wissenschaftlichen Untersuchungen stellte man fest, dass in einer Tonne Abraum möglicherweise sieben Gramm Gold enthalten sind.

Nach diesen einführenden Informationen und der Besichtigung des Bergbaustollens wurde den Teilnehmern das ehemals im Flurbereich Gütting befindliche und originalgetreu nachgebaute Pochwerk im Museumshof vorgeführt. Anschließend begab sich der "Trupp" zur Aushändigung des Goldwäscher-Werkzeugs zur Infostelle des Goldlehrpfads in die Langau und zum Gewässer des Forellenbachs. Dort kann man immer noch an den reichlich vorhandenen Bergbauspuren (wie "Pingen" und Abraumhalden) die umfangreiche mittelalterliche Goldgräbertätigkeit erkennen.

Freude über Fund

Ludwig Berger erklärte die Technik des Waschvorgangs und gab Tipps, wie man am ehesten eines begehrten Gold-Blättchens habhaft werden kann. Mit viel Eifer machten sich alle angehenden Goldwäscher an die Arbeit. Es herrschte große Aufregung, als die ersten fündig wurden. Neben viel "Katzengold" konnten in einer Pfanne sogar zwei echte "Goldstücke" identifiziert werden, welche natürlich den Weg in die eigene Hosentasche nehmen durften. Als Dank für die aktive Arbeit erhielten alle Teilnehmer das begehrte "Oberviechtacher Goldwäscherdiplom".
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.