"Grün" für Ampelregelung

Rund 7000 Fahrzeuge täglich passieren diesen Knoten der Staatsstraße 2159 beim Abschnitt Hütgraben/Nunzenrieder Straße; Tendenz steigend. Ab Ende Juni 2015 sollen Ampeln den Verkehrsfluss beschleunigen und die Sicherheit der Fußgänger erhöhen. Bild: Portner
Lokales
Oberviechtach
17.12.2014
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Mit 9:8 Stimmen sprach sich der Stadtrat am Dienstag für eine Umgestaltung der Kreuzung mit Lichtzeichen aus. "Die Sicherheit geht vor", bekräftigte Bürgermeister Heinz Weigl, angesichts der Verkehrsüberlastung. Schon Ende Juni 2015 sollen Ampelanlagen die vier "Straßenäste" regeln.

Nur drei Zuhörer hatten sich eingefunden, als drei Experten des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach in der Stadtratssitzung das Verkehrskonzept zur Umgestaltung der Kreuzung an der Staatsstraße 2159/Nunzenrieder Straße/Bezirksamtstraße vorstellten. "Ich hätte gedacht, dass sich mehr Leute dafür interessierten", bemerkte Bürgermeister Heinz Weigl. Die Kreuzung werde besonders für Fußgänger immer gefährlicher. "Wir müssen heute eine vernünftige Lösung finden", gab Weigl vor.

Ist-Zustand mit Defiziten

Gottfried Weishäupl, Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach erläuterte den Stadträten die Details. Schon im Jahr 2003 hätten Stadt und Bauamt Gespräche im Hinblick auf das schwierige Einbiegen aus der Nunzenrieder Straße und die Umwidmung der Bahnhofstraße zur Einbahnstraße geführt. Letzteres sei mittlerweile erfolgt. "Der Ist-Zustand ist, dass zu den Hauptverkehrszeiten Defizite bei der Leistung und der Sicherheit für Fußgänger und Autofahrer bestehen", so der Baudirektor. Auf allen vier "Ästen" herrsche ein sehr hohes und fast gleich großes Verkehrsaufkommen. Er nannte Zahlen vom 11. Juni 2013 (Gesamtbelastung in 24 Stunden): Staatsstraße Zum Bahnhof 9000 Fahrzeuge; Staatsstraße Hütgraben 7000; Bezirksamtstraße 6000; Nunzenrieder Straße 5500 Fahrzeuge.

Anteil 60 000 Euro

Zwischen 16.15 und 17.15 Uhr werde der Knoten maximal belastet; weitere Spitzen seien von 7.30 bis 8.30 Uhr und von 11 bis 13 Uhr. "Durchschnittlich alle 90 Sekunden quert ein Fußgänger", betonte Weishäupl. Ungesteuert sei der Straßenabschnitt überlastet (Qualitätsstufe F). Mit der im Anschluss vorgestellten Ampelregelung (siehe unten) könne Qualitätsstufe B erreicht werden. Der Baudirektor bezifferte die Gesamtkosten mit circa 270 000 Euro (Lichtsignalanlage 120 000 Euro; Umbaumaßnahmen mit Deckschichterneuerung 150 000 Euro). Stadt und Landkreis sind mit jeweils 60 000 Euro dabei; den Rest und auch die Unterhaltskosten trägt der Freistaat Bayern.

Nachdem Sachbearbeiter Armin Wildenauer und Ingenieur Günter Wolffram den baulichen Entwurf und die Funktionsweise erläutert hatten (siehe unten), beantwortete Gottfried Weishäupl die Fragen der Stadträte. Dabei stellte er klar, dass es keine andere Lösungsmöglichkeit gebe. So seien beispielsweise die zwei Abbiegespuren aus der Nunzenrieder Straße ohne Ampel nicht zulässig. Auch eine Teilsignalisierung, die den Verkehr zeitlich "unterhakt", sei untersucht worden. Laut Polizei und Landratsamt sei jedoch die Vollsignalisierung vorzuziehen.

Vor der Abstimmung besprach sich die CSU/CWG/Aktive-Fraktion in einer Sitzungsunterbrechung. "Das Konzept ist für uns schlüssig. Was uns fehlt, ist eine Vorlageliste vor der Sitzung. Außerdem wollen wir eine Bürgerbeteiligung und auch die Wirtschaft befragen", sagte Fraktionssprecher Stefan Schwander. Sein Antrag zur Vertagung des Themas auf die nächste Sitzung am 13. Januar wurde mit 9:8 Stimmen abgelehnt.

"Wir schaffen bis dahin keine Bürgerbeteiligung; außerdem ist es Aufgabe des Stadtrates für die Sicherheit der Fußgänger zu sorgen. Wenn wir uns heute gegen das Konzept aussprechen, werden wir das Chaos haben", warb Bürgermeister Weigl. "Es ist zwingend, dass wir die Ampeln brauchen. Alles andere ist nur Zeitverzögerung", meinte PWG/SPD/JW-Fraktionssprecher Josef Lohrer.
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