Gründe fürs Trinken austrocknen

Die Plakate "bunt statt blau" sprechen die Jugendlichen mit ihrer peppigen Gestaltung an.
Lokales
Oberviechtach
05.03.2015
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"Komasaufen" und "Vorglühen" sind heute Erscheinungen beim Alkoholmissbrauch Jugendlicher. Kann die Schultour "bunt statt blau" hier Abhilfe schaffen?

Die Wanderausstellung "bunt statt blau" der DAK- Gesundheitskasse ist zurzeit der Blickfang in der Aula des Ortenburg-Gymnasiums. Sämtliche Exponate gehen auf einen Plakat-Wettbewerb zurück, bei dem Kinder und Jugendliche zu einer kreativen Auseinandersetzung mit dem Thema Alkoholmissbrauch angeregt wurden. Insbesondere das weit verbreitete "Komasaufen" oder das "Vorglühen" vor dem Besuch von Veranstaltungen, wurde von den Rednern thematisiert.

Bei der Eröffnung der Ausstellung begrüßte Oberstudiendirektor Günter Jehl den stellvertretenden Leiter des DAK-Servicezentrums Weiden, Stefan Wittmann, und seine Mitarbeiterin Brigitte Klein sowie Bürgermeister Heinz Weigl, stellvertretenden Landrat Arnold Kimmerl und Polizei-Hauptkommissar Karlheinz Senft. Für die schulische Organisation der Ausstellung dankte Jehl seinem Stellvertreter Matthias Schaller und Studienrat Gabriel Heine.

Stefan Wittmann informierte die Ehrengäste und die Schüler der Klasse 9b über den Hintergrund der Kampagne: 2012 landeten mehr als 26 000 Jungen und Mädchen mit Alkoholvergiftungen im Krankenhaus - fast 180 Prozent mehr als im Jahr 2000. Dabei werden die Alkoholopfer immer jünger: 4000 waren erst im Alter zwischen zehn und 15 Jahren. Auf diesen Wandel ging auch Landratstellvertreter Arnold Kimmerl in seinem Grußwort ein.

Frust und Angst durch zunehmenden Leistungsdruck sieht er als Ursache für den steigenden Alkoholkonsum. "Wir müssen die Gründe fürs Trinken austrocknen!", lautete seine Devise, verbunden mit dem Aufruf an die Erwachsenen, mit einem verantwortungsbewusstem Verhalten der Vorbildfunktion gerecht zu werden. "Das heute vielfach praktizierte Komasaufen und Vorglühen gab es früher nicht", kritisierte Bürgermeister Heinz Weigl die heutigen Erscheinungen bei Jugendlichen. Weigl zielte auf die von Stefan Wittmann und Hauptkommissar Karlheinz Senft angesprochenen Wettbewerbe im "Exen" von Bierkrügen, etwa beim "Social Bier Game", ab.

Oberviechtach falle aber nicht durch eine herausragende Quote auf, bekräftigte Senft, der für die Polizei selbst präventiv an Schulen wirkt. In der Ausstellung wird ein neuer Ansatz zu einem bewusstem Umgang gesehen. Ziel ist die Alkoholabstinenz für alle Jugendlichen unter 16 Jahren. Bei den Älteren geht es um einen bewussten und selbstbestimmten Umgang mit Alkohol.
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