Gute Pflege auch ohne Park

MdB Karl Holmeier informierte im Altenheim über die anvisierten Verbesserungen in der Pflege. Die Leiterin der Seniorenfachstelle am Landratsamt, Evi Seitz (links) steuerte ihre Erfahrungen bei. Dieses Thema angepackt hatte die Frauen-Union mit Kreisvorsitzender Dr. Susanne Plank (Zweite von links) und der Oberviechtacher Vorsitzenden Lydia Eckert (rechts) . Bild: frd
Lokales
Oberviechtach
26.09.2014
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Ohne gute Noten kann sich kein Alten- und Pflegeheim mehr sehen lassen. Jetzt sollen neue Gesetze die Versorgung verbessern. Das macht vor allem die Pflegekräfte neugierig, die mancher Neuerung auch eine inflationäre Wirkung nachsagen.

Als Fachmann zu Fragen über die neuen Pflegestärkungsgesetze hatte die Frauenunion Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier gewonnen. Im Oberviechtacher Alten- und Pflegeheim war das Interesse an diesem Thema groß. Insbesondere Beschäftigte in verantwortlichen Positionen nutzten die Gelegenheit, ihre Sorgen und Probleme an den Abgeordneten heranzutragen.

Die Leiterin der Seniorenfachstelle am Landratsamt, Evi Seitz, informierte über die Arbeit des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), der die Einstufung von pflegebedürftigen Menschen vornimmt. Sie beleuchtete auch die Bewertung für die Pflegeeinrichtungen. Im Landkreis könnten Alten- und Pflegeheime Noten zwischen 1,0 und 1,8 vorweisen, die stationäre Pflege weise Noten zwischen 1,0 und 1,6 auf.

Doch diese Noten, so war in der Diskussion zu hören, werden hin und wieder schon als etwas "inflationär" bezeichnet. Kritisiert wurde, dass ein herrlicher Park oder ein neues Bauwerk in der Gesamtnote Mängel in der Pflege ausgleichen könne. Und wieso könne eine Behandlungpflege nur bei Pflegediensten, nicht aber in Heimen abgerechnet werden? MdB Karl Holmeier versprach, diese Anliegen bei den zuständigen Stellen vorzutragen. Dann ging er auf die "Pflegestärkungsgesetze" ein, die zum Teil bereits 2015 in Kraft treten sollen. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung wird zum 1. Januar angehoben, das bedeutet 3,63 Milliarden Euro mehr für die Kassen. Damit könne man den Etat für häusliche Pflege um jährlich 1,4 Milliarden Euro erhöhen, für 1 Milliarde Euro 20 000 zusätzliche Pflegekräfte einstellen und rund 1,2 Milliarden Euro in einen Pflegevorsorgefonds fließen lassen, der die Pflegeversicherung stabilisieren soll.

Immerhin soll die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 von 2,5 Millionen auf 3,5 Millionen steigen. Noch würden zwei Drittel der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt. Zudem gibt es immer mehr Menschen mit Demenzerkrankungen. Möglichst "passgenau" und flexibel wolle man deshalb die Betreuung gestalten.

Auch die Agenda "Gemeinsam für Menschen mit Demenz" müsse mit Leben erfüllt werden, betonte Holmeier und hatte dabei sowohl die Belange der Betroffenen als auch der Bedürftigen im Auge.
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