Gymnasiasten interpretieren Märchenfiguren neu
Schneewittchen als zickiges Model

In ihrer spritzigen Vorstellung ließen sich die jungen Akteure auf ein Spiel mit den bekannten Märchenfiguren ein, die plötzlich sehr real und modern waren. Bild: lg
Lokales
Oberviechtach
27.07.2015
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Kein herkömmliches Schulspiel, sondern Verfremdungen bekannter Motive waren beim Theater der Schulspieltruppe des Ortenburg-Gymnasiums (OGO) angesagt. Im vollen Pfarrheimsaal erlebten die Zuschauer ein neues Bild von Schneewittchen und Dornröschen.

Der Saal im Pfarrheim war voll beim Theaterabend, den die Schulspielgruppe (Unterstufe) des Ortenburg-Gymnasiums zum Schuljahresende unter der Leitung von Amanda Rieß gestaltete. Studiendirektor Ulrich Wohlgemuth führte mit launigen Worten in das Programm ein.

Das Hauptstück des Abends, "Märchenprominenz packt aus" von Isabelle Späth, entführte das Publikum in die Märchenwelt der Gebrüder Grimm. Schülerzeitungsredakteure interviewen in diesem Stück die "Stars ihrer Kindheit", und so entwickelt sich ein äußerst amüsantes Spiel mit den bekannten Märchenfiguren Dornröschen, Aschenputtel, Schneewittchen & Co. Die Schüler ließen die romantischen Motive in einem ganz neuen Licht erscheinen.

So zeigt sich beispielsweise Dornröschen als mimosenhafte Diva, die auf Störungen ihres Schönheitsschlafes äußerst sensibel reagiert, Schneewittchen dagegen tritt arrogant auf und klagt über ihre verpasste Chance als Model und die lausigen Arbeitsbedingungen bei den sieben Zwergen. Der Froschkönig hingegen offenbart zum Ende des Stückes, dass er niemals ein Prinz, sondern in Wahrheit König der Märchenwelt und der "Zweibeiner" ist.

Nach einer Pause folgte als Zugabe "Ein Besuch im Filmstudio", eine slapstickartige Szenenvariation, bei der die Ermordung des Heimatfilmhelden durch einen bösen Wilderer mit Verfremdungseffekten durchgespielt wurde. Trotz der beinahe tropischen Hitze im Pfarrsaal fühlten sich die Zuschauer bestens unterhalten und waren voll des Lobes für die sehr unterhaltsamen, rundum gelungenen Inszenierungen. Die Unterstufengruppe dankte abschließend der Spielleiterin Amanda Rieß mit einem Blumenstrauß. Rieß würdigte die Kunstlehrerinnen Nadine Zintl und Michaela Mühlbauer für die aufwendigen Kulissen. Lob gab es auch für das zwanzigköpfige Ensemble und seine Einsatzfreude und schauspielerische Leistung. Der Grundstein für eine weiterhin agile Schauspielertruppe am OGO scheint gelegt.
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