Helmut Schuller radelt sich am Jakobsweg gesund - 2827 Kilometer in 40 Tagen
Bewegung und Glaube helfen

Lokales
Oberviechtach
24.11.2015
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Helmut Schuller (72) ist schlank, aktiv und wirkt gesund. Bevor er sein Leben einschneidend änderte, war dies anders: Der gestresste Bauunternehmer wog 125 Kilogramm, hatte eine Prostatavergrößerung und einen Herzklappenfehler. Dazu kam Jahre später eine schwere Gehirnblutung.

Unterhaltsam und humorvoll erzählte er im Pfarrheim Oberviechtach seine Geschichte. Mit der schweren Diagnose konfrontiert, fasste er den Entschluss, sein Leben zu ändern. Statt Tabletten zu nehmen oder sich operieren zu lassen, stellte er seine Ernährungsweise radikal um und verordnete sich tägliche Bewegung mit dem Fahrrad. "Die Blutwerte wurden besser und ich bekam ein neues Lebensgefühl!"

Pilgerbuch vorgestellt

Nach neun Jahren der Ungewissheit sei festgestanden, was die Schulmediziner für unmöglich hielten: "Ich hatte mich selbst geheilt!" Ernährung, Bewegung, Glaube. So beschreibt Helmut Schuller sein Rezept. Im Heiligen Jahr 2010 pilgerte der damals 67-Jährige voller Energie mit dem Fahrrad von Weiden nach Santiago de Compostela und weiter bis Fisterra, dem "Ende der Welt". Über seine Erlebnisse hat er ein Buch geschrieben: "Losfahren und erwartet werden!" (Books on Demand, 19,80 Euro). Auf 163 Seiten erzählt er von zahlreichen Pilgerbekanntschaften, wunderschönen Landschaften, Kulturschätzen und alten Legenden rund um den Jakobsweg. Bei der Multivisionsshow im Pfarrheim überzeugten vor allem die Fotos. Er gab aber auch Tipps für Leute, die eine eigene Pilgerreise planen. Schuller nahm die Route durch die Schweiz und Frankreich und radelte durchschnittlich rund 70 Kilometer. Nachdem er wochenlang wie ein Einsiedler unterwegs war, kam er erst bei den Unterkünften am Pilgerweg - 790 Kilometer vor Santiago de Compostela - wieder mit Menschen zusammen.

Er befestigte zwei Rückspiegel am Lenker, um auf der Straße den Abstand der Autos besser einschätzen zu können. Es ging durch Steinwüsten und bewaldete Gebirgszüge; am Tag war es heiß und in der Nacht oft sehr kalt. Ein Foto zeigt, wie er seine Urkunde im Pilgerbüro am Ziel abholt. "Diese gibt es, wenn man 100 Kilometer zu Fuß oder 200 Kilometer mit dem Fahrrad in Richtung Santiago de Compostela unterwegs ist", erklärt der aktive Senior. Nach einem Abstecher zum westlichsten Punkt Europas (Fisterra), ging es mit dem Bus zurück nach München - dieser fährt jeden Mittwochvormittag und ist 35 Stunden unterwegs. Mit dem Fahrrad brauchte Schuller 40 Tage für die 2827 Kilometer - ohne Ruhetag und Panne.

Dinkel und Kastanienmehl

In der Pause beschwörte der Referent die Kraft der Selbstheilung und die Macht einer positiven Lebenseinstellung. Nach der Diagnose des Arztes habe er seine Ernährungsweise umgestellt und setze jetzt auf die Lehre der Hildegard von Bingen mit Fenchel, Dinkel und Kastanienmehl. "Von Dinkel muss man überzeugt sein. Mir hat es geholfen, vielleicht hilft es ihnen auch!", gab Helmut Schuller den Zuhörern mit auf den Weg und beantwortete auch Fragen in der Runde.
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