Hilfsangebote für Flüchtlinge

Die Teilnehmer am "runden Tisch" zusammen mit den Flüchtlingen: die Gesprächsrunde warb für dieses Miteinander auch zwischen Bevölkerung und Asylbewerbern. Bild: bgl
Lokales
Oberviechtach
22.12.2014
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Seit dem Sommer leben etwa 30 Asylanten in Oberviechtach. In den nächsten Tagen werden weitere 35 erwartet. Um deren Unterstützung auf ein breiteres Fundament zu stellen, lud der CSU- Ortsverband zu einem "runden Tisch".

Eingeladen waren Vertreter verschiedenster Institutionen und Einrichtungen wie Kirchen, Kindergarten und Schulen. In erster Linie ging es in kleiner Runde vor allem um die Themen wie die rechtliche und finanzielle Situation der Asylanten, Sprachkurse, Kleiderkammer und die Organisation der laufenden Unterstützung. Aber auch um die Benennung von Ansprechpartnern für vereinbarte Themenbereiche.

Nach der Begrüßung durch CSU-Ortsvorsitzenden Christian Schneider erläuterte Landrat Thomas Ebeling den Weg der Asylbewerber von der Erstaufnahme bis zur Zuteilung auf die einzelnen Landkreise. Der Bezirk nimmt anschließend mit einer Vorlauf- und Ankündigungszeit von zwei Tagen die Zuteilung auf die gemeldeten Unterkünfte und damit auf die einzelnen Orte vor. Die Dauer des Asylverfahrens kann zwölf Monate und mehr betragen. Für Flüchtlinge aus Syrien ist nach Abschluss des Verfahrens Aufenthaltsrecht und Arbeitserlaubnis in Deutschland zu erwarten.

Arbeitserlaubnis

Dabei sei in den ersten drei Monaten keine volle Arbeitserlaubnis zu erwarten, allerdings die Möglichkeit der Beschäftigung für einen Euro pro Stunde bei Landkreisbindung. Ab dem vierten Monat wird aber bei Wegfall der Landkreisbindung die volle Arbeitserlaubnis in Aussicht gestellt, wenn für diese Beschäftigung kein deutscher Arbeitnehmer gefunden werden kann. Finanziell erhalten Asylbewerber ca. 300 Euro pro Person und Monat (unter Hartz IV- Satz), Kleidungsgutscheine und freie ärztliche Versorgung sowie die Kindergartengebühren, welche ab Dezember 2014 vom Landkreis übernommen werden.

Die Integrationsbeauftragte Sabine Gröpel, äußerte sich sehr zufrieden mit der Resonanz aus der Bevölkerung. Die Asylsuchenden brauchen aber vor allem auch nach Abschluss des Verfahrens viel Unterstützung, wenn sie auf eigenen Beinen stehen und auf Wohnungs- und Jobsuche sind. Momentan sind ehrenamtlich geleitete Sprachkurse in den Räumen der Mittelschule in Oberviechtach im Angebot, welche einmalig mit 500 Euro gefördert werden. Nach dem Asylverfahren und der Meldung beim Arbeitsamt erhalten sie von dort bei der verpflichtenden Teilnahme an Integrationskursen und intensiver Sprachschulung volle Arbeitserlaubnis und Unterstützung bei der Jobsuche.

Kindergarten-Leiterin Sabine Forster berichtete, dass momentan drei Kinder problemlos integriert sind und diese nach einer kurzen Eingewöhnungszeit bereits gute Sprachkenntnisse erworben haben. Die Eisenbarth-Mittelschule beherbergt eine eigene Übergangsklasse für Asylbewerberkinder und Kinder mit Migrationshintergrund mit 15 Schülern bei 25 Stunden Deutschunterricht pro Woche. Die sprachliche Integration erfolgt sehr schnell, bestätigte Schulleiter Rudolf Teplitzky. Schulleiter Günter Jehl vom Ortenburg-Gymnasium berichtete, dass sich seine Schule momentan in der Kontaktaufnahme befindet. Jana Rustler vom Sprachkurs in der Mittelschule freute sich über das hervorragende Teilnehmerinteresse. Sie berichtete aber von Angst, Sorge, Einsamkeit, Frust und Lust dieser Menschen auf ein sicheres Leben. Dr. Friedrich Keller bestätigte, dass Asylbewerber auch zur Tafel kommen dürfen.

Viele Vorschläge

Bei der anschließenden regen Diskussion kristallisierten sich eine Reihe von Vorschlägen heraus, um den Flüchtlingen helfen zu können. Zum Beispiel: Schüler aus dem Gymnasium sollten sich als Sprachpaten zur Verfügung stellen; Asylbewerber sollten sich mehr in der Bevölkerung zeigen, um besser wahrgenommen zu werden; Übernahme von Familienpatenschaften; pensionierte Lehrkräfte sollten unterstützend mitwirken bei Sprachkursen; Durchführung regelmäßiger Begegnungsabende von Vereinen; Neuankömmlinge begrüßen und Unterstützung anbieten.

Spontane Angebote ergaben unter anderem eine Einladung in eine Familie zu einem Weihnachtsessen für zwei Familien, monatliches Frühstück in der Schule und Treffen der Vereine mit den in Oberviechtach befindlichen Asylbewerbern.
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