Hot Spots ein heißes Thema

Nach dem "Haus der Stiftung" wächst nun auch der Drogeriemarkt Rossmann in die Höhe. Die Neuordnung des Umfelds und die Platzgestaltung wird dem Ganzen die Krone aufsetzen. Die dafür geschätzten Finanzmittel in Höhe von 420 000 Euro wurden für das Städtebauförderprogramm angemeldet. Bild: Portner
Lokales
Oberviechtach
13.11.2014
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Hot Spots - darunter versteht man öffentliche Internetzugangspunkte mittels WLAN - sorgten in der jüngsten Stadtratssitzung für heiße Diskussionen: Bringen Frequenzen mehr Leute in die Innenstadt, ist die Bereitstellung überhaupt eine kommunale Aufgabe?

Der Antrag der CSU/CWG-Aktive-Fraktionsgemeinschaft beschäftigte den Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstagabend eine dreiviertel Stunde lang. Er zielt darauf ab, die Möglichkeit eines freien WLAN-Zugangs im Bereich der Altstadt bzw. im Marktplatzbereich zu prüfen. Um es vorweg zu nehmen: Es blieben noch viele Fragen offen, deshalb sprach sich das Gremium für eine erweiterte Prüfung aus.

Bedenken vorgetragen

Johann Löschner von der Stadtverwaltung führte in seinem Sachvortrag aus, dass die Einrichtung eines WLAN-Hot-Spots über das Netzwerk der Stadt schon aus Gründen der Netzsicherheit und aus haftungsrechtlichen Gründen nicht möglich sei. In Rathäusern größerer Städte, die solche Hot Spots zur Verfügung stellen, werden meist nur die Vorplätze oder Eingangshallen versorgt, um Besuchern kurzzeitig Informationsmöglichkeiten zu bieten. Die Telekom als einziger Anbieter könnte einen Hot Spot zur Verfügung stellen, der aber von der Reichweite her örtlich begrenzt ist. Wie viele Versorgungspunkte zur Ausleuchtung der Altstadt notwendig wären, müsste durch konkrete Messungen erst ermittelt werden.

Weitere Prüfung

Je nach Zugangsmodelle würden sich pro Hot Spot die jährlichen Kosten zwischen 1 700 und 4 600 Euro bewegen. Nach Telekom-Auskunft, so Löschner weiter, würden solche Internetzugangspunkte aus kommunaler Hand lediglich in Großstädten angeboten. Die hauptsächlichen Kunden seien private Unternehmen wie Hotels, Lokale oder Geschäfte zur Darstellung ihrer Produktbereiche. "Auf Basis der vorgelegten Daten können wir nichts entscheiden", kritisierte Stadtrat Dr. Alexander Ried die "oberflächliche" Prüfung.

"Internet ist Infrastruktur, wir wollen Frequenz und Leute in die Innenstadt bringen", begründete er nochmal den Antrag und sprach sich für eine nochmalige intensive Prüfung der Anbieter, in Sachen Förderung, rechtliche Anforderungen, Werbung, Standort und Abdeckung aus. "Es ist nur ein Prüfantrag, welche technischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen und was es kostet", ergänzte Alexander Flierl. Rechtliche Probleme sehe er nicht und Internet-Erreichbarkeit sei mittlerweile ständig erforderlich. Stefan Schwander und Tobias Ehrenfried zeigten sich überzeugt, dass eine solche Einrichtung die Innenstadt sehr wohl attraktiver machen würde.

Bürgermeister Heinz Weigl warf zusammen mit Fraktionssprecher Josef Lohrer die Frage auf, ob dies überhaupt eine kommunale Aufgabe sei und auch die nach den Kosten. Solche Hot Spots lägen mehr im Interesse von Beherbergungsbetrieben und Geschäften. Auch die Haftungsfrage sei nicht zu vernachlässigen.

Josef Biebl sah die Vorteile ebenfalls eher bei den Lokalitäten und Geschäften und regte an, diese gegebenenfalls als Teilhaber mit ins Boot zu holen. Schließlich kam das Gremium überein, die angesprochenen Punkte durch die Verwaltung noch abklären zu lassen, bevor eine Entscheidung fällt. Ohne Diskussion und rasch abgehakt war dagegen die Bedarfsmeldung für die Städtebaufördermaßnahmen (Info-Kasten).
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