Im Einsatz für Flüchtlinge

Die Oberviechtacher Soldaten geben Decken, Bekleidung, Schuhe und Hygieneartikel aus.
Lokales
Oberviechtach
15.11.2015
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Die Anforderungen sind hoch. Doch wenn die turbulente Nachtschicht um 8 Uhr morgens vorbei ist und die Flüchtlinge warme Bekleidung und Unterkünfte haben, ruhen sich die Soldaten mit einem guten Gefühl aus.

(frd) Rund 50 Soldaten des Panzergrenadierbataillons 122 sind derzeit im Einsatz im "Wartezentrum Feldkirchen" in der Gäubodenkaserne. Die "Oberviechtacher Soldaten" und auch das Panzerpionierbataillon 4 stehen unter dem Kommando der "Panzerbrigade 12 Oberpfalz" in Amberg mit dem "Deutschen Roten Kreuz" (DRK) und dem Technischen Hilfswerk (THW) mit dem Ziel zusammen, den ankommenden Menschen in ihrer Not zu helfen.

Die Flüchtlinge kommen mit Bussen während der nächtlichen Stoßzeiten zwischen 22 Uhr und 4 Uhr in dem durch einen Zaun vom Sicherheitsbereich der Kaserne abgetrennten "Wartezentrum" an und werden hier durch das "Bundesamt für Migration und Flüchtlinge" (BAMF) aufgenommen. Das Problem ist meist, dass erst bei der Ankunft die Anzahl bekannt wird und erst dann die organisatorischen Maßnahmen getroffen werden können. Die Flüchtlinge müssen eine kurze Zeit in Warteräumen und -zelten verbringen, dann werden sie der Reihe nach an die Registrier-Container geschickt, wo die Aufnahme ihrer persönlichen Daten erfolgt. Bereits hier wird darauf geachtet, dass Familien, Verwandte und Freunde zusammenbleiben und später in die dieselben Unterkünfte kommen. Bei dieser Registrierung arbeiten auch sechs Feldwebeldienstgrade vom Panzergrenadierbataillon 122 Oberviechtach mit.

Im "Servus-Zelt"

Weiter geht es in das "Willkommenszelt" des DRK, von den Soldaten auch "Servus-Zelt" genannt, wo es warme Getränke und Snacks gibt. Auch hier sind Soldaten aus Oberviechtach eingesetzt. Eine weitere Registrierung erfolgt dann wegen der Festlegung der Unterkünfte, wobei sie Karten mit ihren Daten erhalten, die alle organisatorischen Maßnahmen innerhalb des Wartezentrums erleichtern. Unbegleitete Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kommen in separate Unterkünfte und gehen damit gleich in die Obhut des zuständigen Jugendamtes. Der Weg führt weiter in die Kleiderkammer, wo die Flüchtlinge Decken für die Nacht und wenn erforderlich auch Bekleidung, Schuhe und Hygieneartikel erhalten.

Nachdem sie ihre Unterkunft - meist nur für einen Tag und eine Nacht - eingerichtet haben, folgt eine Führung durch Speisesaal, Waschgelegenheiten und Toiletten. Hierbei sind Dolmetscher und Landsleute eingesetzt, die schon länger in Deutschland sind. Ziel ist es, die Flüchtlinge nach einem oder maximal zwei Tagen mit Bussen an die Orte zu bringen, wo sie längerfristig untergebracht werden und wo über ihre Asylanträge entschieden wird. Im Wartezentrum Feldkirchen ist Platz für 1500 Flüchtlinge, die Kapazität wird auf 5000 ausgebaut.

Bis Ende des Jahres

Die Soldaten des Panzergrenadierbataillons 122 - derzeit ist die zweite Kompanie eingesetzt - werden nach der derzeitigen Befehlslage bis Ende dieses Jahres ihren Dienst hier verrichten. Es wird aber damit gerechnet, dass dies auch noch im kommenden Jahr erforderlich sein wird.
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