Im Rampenlicht der Kulturstadt

Mittelalterliche Klänge brachte die Hofmusik des Neunburger Festspiels "Vom Hussenkrieg" in Pilsen auf die Bühne. Vorsitzender Helmut Mardanow (rechts) informierte über das Stück. Bild: gjm
Lokales
Oberviechtach
28.04.2015
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Doktor Eisenbarth, Hussiten und die Pascher zeigten in der Kulturhauptstadt Pilsen, dass der Oberpfälzer Festspielsommer weitaus mehr zu bieten hat als nur den "Drachenstich". Das tschechische Publikum staunte, als es teilweise Spielszenen in der eigenen Landessprache zu hören bekam.

(bgl/mmj/mp) In einem Meer aus Tausenden von gelben und pinkfarbenen Tulpen setzten die Festspielstädte aus dem Landkreis Schwandorf einen weiteren Farbtupfer. Die Präsentation der einzelnen Ensembles beim Fest "Blumen für Pilsen" markierte am Sonntag den Schlusspunkt der sieben Bayerischen Kulturtage in der europäischen Kulturhauptstadt Pilsen.

Starstich gezeigt

Die Delegation aus Oberviechtach eröffnete die Auftritte der verschiedenen Theater-Ensembles mit der Szene der Starstich-Operation aus dem Doktor-Eisenbarth-Festspiel. Die Fichtenstädter stellten eine der zahlenmäßig größten Abordnungen in Pilsen: In zwei Bussen waren Mitglieder des Festspielvereins und die Musiker des Kolping-Spielmannszuges ins Nachbarland gereist.

Im Zentrum des historischen Stadtkerns schaffte es Regisseur Michael Eckl in kurzer Zeit, das Stück in Szene zu setzen. Florian Waldherr verkörperte wie gewohnt die Figur des Doktor Eisenbarth, und Michael Eckl, Andrea und Erwin Zimmet sowie ein Tross weiterer Mitwirkender erledigten unter Applaus das übrige Marktspektakel. Für Aufsehen sorgte die Gaukler-Truppe um Michael Teplitzky. Der Vorsitzende des Festspielvereins, Reiner Reisinger, freute sich über die gelungene Aufführung. Mit der Festspielgruppe hatte sich die Stadt Oberviechtach mit einem tollen Aushängeschild präsentiert.

Die Farben der Stadt Neunburg vertrat eine Delegation des Festspiels "Vom Hussenkrieg". Das älteste Festspiel im Landkreis Schwandorf, das heuer in der 33. Saison auf die Bühne gebracht wird, überraschte die Besucher mit einer Darbietung in der Landessprache: Karin und Tibor Alesik zeigten auf der Bühne die emotionale "Eltern-Szene", in der Vater und Mutter vom Tod ihres Sohnes in den Hussitenkriegen erfahren. Auch in der Original-Inszenierung wird dieses Intermezzo tschechisch gespielt.

Mit historischen Klängen hatte die Hofmusik des Festspiels den Auftritt der Neunburger begleitet. Deren Leiterin Jana Drábková, ursprünglich in Bischofteinitz (Horsovský Týn) daheim, übersetzte, als Festspiel-Vorsitzender Helmut Mardanow das Stück vorstellte. Am Rande des Festes trafen die "Hussenkrieger" außerdem mit ihrem Schirmherrn, dem Oberpfälzer Regierungspräsidenten Axel Bartelt, zusammen.

Ansturm auf Pascherwürste

Keine Spielszene, sondern ihre legendären Pascherwürste hatte die Abordnung des Schönseer Spiels "Pascher - die Nacht der langen Schatten" im Gepäck. Die deftige Spezialität fand in Pilsen reißenden Absatz: Eine lange Schlange von Menschen bildete sich, um die Würste sowie frische Küchel zu ergattern. Landrat Thomas Ebeling schaute ebenfalls am Stand der Grenzstädter vorbei und nahm als Wegzehrung das leckere Gebäck mit. Das Pascher-Festspiel, aber auch das neue Stück "Irrlichter", sorgten immer wieder für Gesprächsstoff mit den Besuchern. Viel Beifall gab es übrigens auch für die Blaskapelle Weiding: Sie begleitete die Gäste, die mit dem "Zug zur Kultur" am Hauptbahnhof ankamen, im "Festzug" zum Hauptplatz.

Außerdem hatten sich die weiteren Festspiele "Der Guttensteiner" (Rötz), "Trenck der Pandur" (Waldmünchen) sowie der "Drachenstich" (Furth im Wald) in Pilsen präsentiert.
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