Jäger wollen Wildtiere vor grausamen Tod retten - Appell: Mähtermine melden
Rehkitze in riskanter Deckung

Rehkitze verstecken sich gerne im hohen Gras. Damit sie nicht unters Mähwerk gelangen, starten die Jäger der Kreisgruppe Oberviechtach einen Aufruf an die Landwirte. Bild: hfz
Lokales
Oberviechtach
29.05.2015
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Frühling ist es geworden - alles wächst und gedeiht. "Aber damit wächst auch die Gefahr für Feld- und Wiesenbewohner, Opfer der ersten Wiesenmahd zu werden", heißt es in einem Pressebericht, den MdL Alexander Flierl, Kreisvorsitzender im Bayerischen Jagdverband, an die NT-Lokalredaktion übermittelte. Neben dem Leid der Wildtiere kann Grünfutter und Silage, die mit vermähten Kitzen oder Hasen kontaminiert ist, zu ernsthaften Erkrankungen der Nutztiere führen, die damit gefüttert werden.

Falsche Strategie

Rehkitze, aber auch Feldhasen haben eine ganz eigene "Feindvermeidungs-Strategie" entwickelt. Sie flüchten nicht sofort, sondern ducken sich so lange wie möglich, um die Gefahr an sich vorüberziehen zu lassen. Das funktioniert bei den natürlichen Feinden, doch bei den Mähwerken landwirtschaftlicher Maschinen ist das der falsche Weg. Nicht nur das Kitz oder der junge Feldhase, sondern auch Wiesenbrüter wie Feldlerche oder Rebhuhn können den modernen schnellen Maschinen nicht rechtzeitig entkommen und werden von den Mähwerken verstümmelt oder getötet. Durch geeignete Maßnahmen vor und bei der Mahd kann dies verhindert werden.

Die Revierinhaber der Kreisgruppe Oberviechtach im Bayerischen Jagdverband (BJV) bitten die Landwirte, ihre Mähtermine rechtzeitig den Jägern bekannt zu geben und vor dem Anrücken der Fahrzeuge zu verständigen, damit die Wiesen nach Wildtieren abgesucht und vor dem sicheren Tod gerettet werden können.

Mit Radio verscheuchen

Die Jäger werden geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Tiere "zu verscheuchen", also aus der Gefahrenzone zu bringen um zu verhindern, dass Wildtiere wie die Kitze ausgemäht werden. Dafür eignen sich verschiedenste Mittel wie flatternde Plastiktüten oder auch Radios, die am Vorabend postiert werden.

Aber auch die Landwirte können mit einem Trick Kitze retten: Mähen sie ihre Flächen von innen nach außen, lassen sie dem Wild eine Fluchtmöglichkeit. Der Bayerische Jagdverband hat hierfür ein Faltblatt herausgegeben, das die richtige Vorgehensweise beschreibt. Auf der Homepage des Bayerischen Jagdverbandes http://www.jagd-bayern.de/uploads/media/Flyer_schu... kann der Flyer kostenlos heruntergeladen werden.
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