"Jawohl" noch ungewohnt

Bürgermeister Heinz Weigl, Generalkonsul William E. Moeller und Oberstleutnant Mario Brux (von links) schritten nach der Meldung an den Oberviechtacher Kommandeur die Front der Soldaten und der angetretenen Traditionsvereine ab. Bild: frd
Lokales
Oberviechtach
22.11.2014
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Im Fackelschein geloben die Rekruten Treue zu Deutschland. Ein Satz mit Konsequenzen, denn er bedeutet für die Soldaten, dass sie Recht und Freiheit ihres Volkes auch verteidigen müssen. Insgesamt 121 junge Männer und Frauen haben das mitten auf dem Marktplatz bekräftigt.

Zu einem sehr beeindruckenden Zeremoniell geriet am Donnerstagabend das Feierliche Gelöbnis für 86 Rekruten der Unterstützungskompanie des Panzergrenadier-Bataillon 122 aus Oberviechtach. Weitere 35 Rekruten der fünften Kompanie des Logistik-Bataillons 472 aus dem Standort Kümmersbruck (bei Amberg) leisteten ebenfalls ihr Bekenntnis zur Bundeswehr.

600 Kilometer Anfahrt

Auch viele Zivilisten verfolgten den feierlichen Akt auf dem Marktplatz. Die Familie eines Soldaten hatte eine Anreise von 600 Kilometern in Kauf genommen, um dabei sein zu können, wenn ihr Sohn seinen Soldateneid ablegen wollte. Vor dem Gelöbnis hatte Pater Alexander Prosche für die Rekruten und ihre Angehörigen einen eindrucksvollen und mit humorvollen Anmerkungen versehenen Gottesdienst gestaltet.

Mit Heeresmusikkorps

Nach dem Einmarsch der Ehrenformation mit den beiden Truppenfahnen zu den Klängen des Heeresmusikkorps Veitshöchheim übernahm Bürgermeister Heinz Weigl die Begrüßung. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass eine lange Reihe von Ehrengästen mit ihrer Teilnahme den hohen Stellenwert dieses Feierlichen Gelöbnisses untermauert habe.

Der Sprecher der Rekruten, Panzergrenadier Max-Alexander Flaschenträger, ermöglichte mit seinen Erfahrungen aus den vergangen Wochen der Grundausbildung den Zuhörern einen Einblick in den Kasernen-Alltag. Als ganz junge Soldaten hätten sich er und seine Kameraden erst einmal an den militärischen Ton und das immer wieder von den Vorgesetzten geforderte "Jawohl" und die militärischen Abkürzungen gewöhnen müssen. Das habe aber auch den Zusammenhalt und die sehr gute Kameradschaft unter den Rekruten gefestigt.

Schwächeren helfen

Nur mit gegenseitiger Unterstützung und Hilfe für die Schwächeren seien Märsche, Hindernisbahn und Biwak unter strengen Anforderungen zu meistern gewesen. Der Rekruten-Sprecher dankte den Ausbildern, die sie mit Herz und Verstand bestens auf ihr künftiges Soldatenleben vorbereitet hätten.

"Gelebte Praxis"

Bataillonskommandeur Oberstleutnant Mario Brux leitete mit seiner Rede das eigentliche Gelöbnis-Zeremoniell ein und hieß den Kommandeur des Logistik-Bataillons, Matthias Kampf, und Bürgermeister Roland Strehl aus Kümmersbruck willkommen. Besonders zu schätzen wusste Brux die große Zahl an Zuschauern und bezeichnete diese Verankerung der Soldaten in der Region als "gelebte Praxis".

Nach der Vorstellung von Generalkonsul William E. Moeller, der auch Offizier in der US-Armee gewesen ist und sogar im Weißen Haus seinen Dienst verrichtet hatte, dankte Brux den angetretenen Rekruten für ihre Bereitschaft, ihrem Land zu dienen und an diesem Abend gemeinsam mit den Kameraden die Gelöbnisformel zu sprechen.

Hand an der Fahne

Von beiden Einheiten traten je sechs Rekruten vor und verkündeten zusammen mit ihren Kameraden mit der Hand an ihrer Truppenfahne ihre Treue zur Bundeswehr. Die beiden Kommandeure von Oberviechtach und Kümmersbruck, Generalkonsul Moeller und die Garnisonsbürgermeister sprachen ihnen dafür per Handschlag ihren Dank und Anerkennung aus.

Nach dem Abspielen der Bayernhymne und der Nationalhymne endete das Ritual, in dem sich wehrpflichtige Soldaten zu ihrer Grundpflicht bekennen. Dabei sprechen sie die Formel: "Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen."
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