Kaplan Konrad Maria Ackermann thematisiert beim Kamingespräch mit der Jungen Union den ...
Vom Schutz der Ehe bis hin zum Sterne-Fest

Kaplan Konrad Maria Ackermann (Zweiter von links) brach beim Kamin-Gespräch mit den JU-Vertretern (von links) Tobias Ehrenfried, Bettina Lohbauer und Alexander Ried eine Lanze für christliche Werte. Bild: hfz
Lokales
Oberviechtach
06.08.2015
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"Werte im Wandel der Zeit" lautete das Thema, das die Junge Union mit Kaplan Konrad Maria Ackermann bei einem Kamingespräch erörtern wollte. Zeitlos und dennoch aktuell fand Tobias Ehrenfried diese Thematik, als er die Gäste, darunter CSU-Ortsvorsitzender Christian Schneider und JU-Kreisvorsitzende Bettina Lohbauer, begrüßte.

"Werte betreffen jedes Feld der Politik und sind gerade für eine christliche Partei Grundlage für politische Entscheidungen", stellte Ackermann einleitend fest. Aktuelle Debatten über die Gleichstellung von Frauen und Männern, die Bewertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften oder Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik würden auf der Emotionsebene diskutiert. Oftmals weiche dabei seiner Ansicht nach die veröffentlichte Meinung von der öffentlichen Meinung ab. Kaplan Ackermann würdigte die JU-Vertreter für ihre Bereitschaft auch scheinbare "Tabuthemen" offen anzusprechen. Er wandte sich gegen einen "modernen Freiheitsbegriff", der einen absoluten Individualismus beinhaltet und bei dem der Mensch sich an die Stelle Gottes setzt.

Christliche Werte und Menschlichkeit blieben hier auf der Strecke. Nach einem christlichen Freiheitsverständnis gäbe es keine Freiheit ohne Wahrheit, dies verdeutliche zum Beispiel der Schutz von Ehe und Familie, das Recht auf Leben oder der Schutz der Menschwürde. Intensiv beschäftige sich Ackermann mit der Gleichstellung der Geschlechter (Gender Mainstreaming). Grundthese sei hier, dass es keine biologischen Geschlechter gebe, jeder Mensch könne sein Geschlecht frei wählen. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau seien bei dieser Annahme lediglich ein gesellschaftliches Konstrukt. Er thematisierte die seiner Ansicht nach besorgniserregenden Entwicklungen wie Uni-Sex-Toiletten und falsche Lehrinhalte in der Sexualerziehung von Kindern. "Für das Funktionieren einer Gesellschaft bedarf es eines emotionalen Unterbaus und Wurzeln", zeigt sich der Kaplan überzeugt. Ackermann kritisierte daher die Tendenz, christliche Symbole vermehrt aus der Öffentlichkeit zu verbannen und den Glauben zu verleugnen. Martinszüge würden zum Sonne-Mond-und-Sterne-Fest unbenannt und Kreuze aus politischer Korrektheit abgehängt. Voraussetzung für eine intakte Gesellschaft sei die Ehe von Mann und Frau. Die Ablehnung der Homo-Ehe sei eine gerechtfertigte Unterscheidung, da es keine Gleichbehandlung von Ungleichen geben dürfe. Der Geistliche lobte in der Familienpolitik ferner das von der CSU initiierte Betreuungsgeld, da dieses Familien finanziell entlaste und einen Beitrag zur Wahlfreiheit zwischen Betreuung zu Hause und in der Kinderkrippe leiste.

Bei den Problemen und Krisenherden in der Welt sei in Europa eine gewisse Gleichgültigkeit festzustellen, beklagte der Kaplan. So dürfe es nicht sein, dass eine Terror-Miliz "Islamischer Staat" ungehindert morde. Ferner müsse auch die Christenverfolgung im Irak oder Syrien wieder vergegenwärtigt werden. Angesichts von Fehlentwicklungen und dem spirituellen Bedürfnis der Menschen nach etwas Übersinnlichem sah Ackermann wieder eine Chance für die Kirche. Nach einer ausführlichen Diskussion bedankten sich die JU-Vertreter mit einem Porzellanlöwen für seinen Schreibtisch in Rom.
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