Kleine Helfer in voller Blüte

Karl Seegerer (rechts) zeigte zusammen mit weiteren Fachleuten die Vorteile der Zwischenfrucht auf. Bilder: frd (2)
Lokales
Oberviechtach
24.10.2014
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Sämaschinen sind heutzutage auch im Herbst in Einsatz. Denn der Zwischenfrucht-Anbau ist für das Grundwasser und die Boden-Verbesserung sinnvoll. Dies und vieles mehr erfuhren die Landwirte auf einem Versuchsfeld in Oberlangau.

Rund zwei Dutzend Landwirte trafen sich kürzlich auf dem Feld der Familie Kiesbauer/Reisinger bei Oberlangau. Sie ließen sie sich von Fachleuten darüber informieren, was Pflanzen, die zwischen Anfang August bis spätestens Anfang September ausgesät sind, bewirken können. Auf dem Versuchsfeld in Oberlangau waren auf 7,4 Hektar 13 unterschiedliche Zwischenfrucht-Mischungen angebaut worden. Jetzt stehen sie zum Entzücken mancher Wanderer in voller Blüte.

Stickstoff konservieren

Das Saatgut dafür hatten verschiedene Lieferanten zur Verfügung gestellt, die nebenbei auf diesem Versuchsfeld auch für ihre Produkte werben wollen. Als Experten waren Karl Seegerer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf, Nebenstelle Nabburg, der Fachberater Agrar und Ökologie Josef Bösl aus Amberg und der Berater vom Erzeugerring, Max Graml vor Ort. Sie führten aus, dass der Zwischenfrucht-Anbau in erster Linie dem Erosions- und dem Grundwasserschutz dient, denn er konserviert den Stickstoff im Boden über den Winter hinweg. Dass dies tatsächlich funktioniert, bewies ein Versuch mit einem Rohr, das in den Boden geschlagen wurde: Auf einem unbebauten Feldstück blieb das Wasser lange im Rohr stehen. Auf dem Feld mit Zwischenfrucht dagegen war es in Sekundenschnelle versickert und offenbarte damit eine größere Durchlässigkeit des Bodens.

Durch die Zufuhr organischer Substanzen werde auch der Humus deutlich vermehrt, erläuterten die Fachleute. Mit Hilfe einer Bodenprobe demonstrierten sie, wie positiv sich das auf die Beschaffenheit der Erde auswirkt. Die artenreichen Mischungen sorgen außerdem für einen vitalen Boden und beugen Schädlingsbefall und Krankheiten vor. Die Zwischenfrucht kann bereits ab Mitte bis Ende Juli ausgesät werden. Je nach Saatgut sollte dieser Schritt aber Anfang Oktober erledigt sein. Nicht zu vergessen sei, dass die Zwischenfrüchte dem Niederwild als willkommene Äsung und Schutz und Deckung in den Wintermonaten dienen, merkten die Experten an. Dass könne auch den Verbiss in den Wäldern deutlich mindern helfen.

Bald selbstverständlich

Wird auch noch der Wert des Zwischenfrucht-Anbaus als Düngung einbezogen, so gebe es eigentlich keine Argumente dagegen. Die Fachleute gehen deshalb davon aus, dass dieses Vorgehen in den kommenden Jahren zu einer Selbstverständlichkeit wird.
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