Lebendig und mit Leidenschaft

Vor den künstlerisch gemalten Kirchenfenstern bauten ehrenamtlich tätige Gemeindeglieder ein "Haus der lebendigen Steine".
Lokales
Oberviechtach
30.09.2014
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Die 50-Jahr-Feier der evangelischen Auferstehungskirche erlebte mit dem Festgottesdienst ihren Höhepunkt. Dekan Karlhermann Schötz zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Kirchengemeinde. Diese baute am Sonntag ein "Haus der lebendigen Steine".

Viele Ehrengäste zeigten am Sonntag ihre Verbundenheit mit der Kirche des berühmten Architekten Olaf Gulbransson, die am 27. September 1964 eingeweiht wurde. "Ein Gotteshaus wird aus Steinen gebaut, aber Gott baut sein Haus aus lebendigen Steinen, den Menschen." Mit diesem Satz leitete Pfarrer Dr. Harald Knobloch den feierlichen Gottesdienst zum 50-jährigen Jubiläum der Auferstehungskirche ein, das unter dem Leitspruch "Haus der lebendigen Steine" stand.

Festliche Musik

Zu den imposanten Klängen des Posaunenchors waren Dr. Harald Knobloch, die Mitglieder des Kirchenvorstandes, Prädikant Klaus-Dieter Zirkelbach, Militärpfarrer Gunter Siegfried Nagel und Dekan Karlhermann Schötz in das Gotteshaus eingezogen. Auch zahlreiche Vertreter aus Schule, Stadt und Vereinen nahmen teil. Mit rhythmischen Liedern untermalte der Familienchor mit Pfarrer Knobloch an der Gitarre die Feier, auch das Glaubensbekenntnis wurde singend gebetet.

Walter Wölfel an der Orgel und der Posaunenchor unter der Leitung von Christine Forster trugen ebenfalls zur musikalischen Gestaltung bei. Der ehemalige Pfarrer Leander Sünkel griff auch zu seinem Instrument und verstärkte den Chor. In einer beeindruckenden Aktion bauten Gemeindeglieder und Ehrenamtliche neben den von Künstler Wolfgang Pöhlmann gemalten Kirchenfenstern ein "Haus der lebendigen Steine", indem sie Wortkarten aufklebten. Diese Streifen mit Aufschriften wie Geborgenheit, Engagement, Gebet, Musik, Gemeinschaft, Zusammenhalt, Ökumene und weiteren drückten aus, was die Kirchengemeinde so lebendig macht. "Wir haben einen kleinen Einblick bekommen, was es bedeutet, den Glauben gemeinsam zu leben", fasste Pfarrer Knobloch zusammen.

In seiner Festpredigt zeigte sich auch Dekan Karlhermann Schötz beeindruckt von den vielen Aktivitäten, dem Engagement und der Leidenschaft vieler Personen in der Kirchengemeinde. Er las ein Grußwort von Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm vor, in dem dieser auf die besondere Form der Gulbransson-Kirche einging und den Gläubigen versicherte: "Gott begleitet uns. Er gibt Kraft, Mut und Zuversicht." Dekan Schötz erklärte das Sammeln von Feldsteinen beim Hausbau in früheren Zeiten. Die guten Steine habe man verwendet, die schlechten, eckigen und kantigen, habe man weggeworfen. Aber am Ende habe auch der Schlussstein aus dem Abfall oftmals Verwendung gefunden.

"Jeder ist wichtig"

Auch bei den Menschen gelte: "Jeder ist wichtig". Alle tragen das Ganze mit, aber in verschiedenen Funktionen. Auch diejenigen, die scheinbar unnütz sind, erfahren oftmals eine tragende Rolle. "Eine leere Kirche kann Einkehr und Ruhe schenken, Geborgenheit können nur die Menschen vermitteln, die den Glauben gemeinsam leben", schlussfolgerte Dekan Schötz und betonte: "Hut ab vor den vielen Aktionen im Jubiläumsjahr und herzlichen Dank!".

Zu den Grußworten, die nach dem Gottesdienst gesprochen wurden, leitete der Vertrauensmann des Kirchenvorstandes, Udo Weiß, über. Er begrüßte besonderes Pfarrer Hans Martin Gloel, der ihn konfirmiert hatte und der immer noch großen Anteil an der Oberviechtacher evangelischen Gemeinde nimmt. Militärpfarrer Nagel erinnerte daran, dass die Soldaten beim Bau der Kirche vor 50 Jahren großen Arbeitseinsatz gezeigt hatten. Er überreichte ein Paket mit Liederbüchern.

Landrat überreicht Scheck

Kaplan Konrad Maria Ackermann übermittelte die Grüße von Pfarrer Alfons Kaufmann. Er betonte, dass man durch die Verhaftung in der eigenen Religion auf andere Religionsgemeinschaften zugehen und Ökumene leben könne. Pfarrer Gloel erinnerte sich an die Anfänge der Kirche, als viele Soldatenfamilien zum Gottesdienst kamen: "Der schönste Schmuck für eine Kirche ist eine Gemeinde, die sich darin versammelt!"

Landrat Thomas Ebeling, der das Jubiläumsjahr aktiv mitverfolgt, überreichte einen Scheck an Pfarrer Knobloch, damit die Gemeinde auch weiterhin so aktiv bleiben kann. Im Anschluss waren die Gäste zu einem Imbiss in den Gemeindesaal eingeladen, der mit Kaffee und Kuchen endete. Udo Weiß hielt in einer Bilderschau einen Rückblick über "50 Jahre Auferstehungskirche".
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