"Macht die Fenster weit auf"

36 Meter hoch ragt der barocke Zwiebelturm der Stadtpfarrkirche in den Himmel. Die unterschiedlichen Färbungen des Sandsteinmauerwerks am Turm zeigen noch heute die Spuren des verheerenden Brandes von 1773. Das Kirchenschiff wurde wieder aufgebaut und 1965 mit einem Anbau (links) versehen. Zum Jubiläum "50 Jahre Weihe der erweiterten Kirche" hat Stadtpfarrer Alfons Kaufmann ein Programm erstellt. Bild: Portner
Lokales
Oberviechtach
17.07.2015
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Am 21. Juli 1965 weihte Bischof Dr. Rudolf Graber die erweiterte Stadtpfarrkirche wieder ein. Die Pfarrei feiert dieses Jubiläum mit einer Ausstellung, zwei Vorträgen und einem Festgottesdienst. Ebenfalls 50 Jahre alt sind die fast schon revolutionären Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils.

Vieles, was heute in der Kirche als selbstverständlich gilt, ist eine Folge der Bischofsversammlung vor 50 Jahren. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) leitete die katholische Kirche eine umfassende Erneuerung ein und fasste weitreichende Beschlüsse. Diese betrafen zum Motto: "Macht die Fenster der Kirche weit auf!", auch Ökumene und Laienapostolat.

"Hoffnung für die Welt"

Vom 23. Juli bis 6. August ist in der Stadtpfarrkirche Oberviechtach die Wanderausstellung zum II. Vatikanischen Konzil zu besichtigen (Start am 23. Juli, um 19.30 Uhr). Den Eröffnungsvortrag "50 Jahre II. Vatikanisches Konzil - Hoffnung für die Welt von heute" hält Beate Eichinger. In einem weiteren Vortrag am Donnerstag, 30. Juli, um 19.30 Uhr spricht Dr. Bernhard Bleyer zum Thema: "Kirche der Armen - ein Erbe des Konzils, aktualisiert von Papst Franziskus." Höhepunkt des Jubiläums ist am Sonntag, 26. Juli, ein festlicher Gottesdienst. Dekan und Stadtpfarrer Alfons Kaufmann lädt die Bevölkerung auch zum anschließenden Frühschoppen im Pfarrgarten ein.

Neue Orgelempore

Der Erweiterungsbau der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer wurde vor 50 an den Altbau "angedockt". Das frühere Gotteshaus brannte 1773 weitgehend ab und wurde durch einen Rokokobau ersetzt. Der Turm mit seiner barocken Doppelzwiebel und den vier Glocken erinnert im unteren Teil noch an den gotischen Vorgängerbau. Fein gearbeitete, farbenfrohe Deckenfresken zeigen Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons und die prächtigen Altäre mit den zwei Reliquienschreinen strahlen in ihrer Vergoldung. Die Kirchenerweiterung von 1965 schuf westseitig einen hohen Raum mit Flachdecke und einer neuen Orgelempore. Über dem nördlichen Eingang des Anbaus blickt die Figur der "Hl. Kümmernis" auf die Gläubigen herab. Die letzte große Kirchensanierung fand ihren Abschluss im September 2008 mit der Pontifikalmesse durch Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller. Seit 2012 bietet die neue Eisenbarth-Orgel ein besonderes Klangerlebnis bei Gottesdiensten und Konzerten.
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