Mais sitzt auf dem Trockenen

Lokales
Oberviechtach
18.09.2015
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Hitze und wenig Regen setzten die Maispflanzen heuer unter Stress. Die Landwirte müssen sich nicht nur auf Einbußen, sondern auch auf höhere Preise für das Saatgut einstellen. Beim Maisfeldtag ging es nicht nur um Sorten, sondern auch um Anbautipps.

Zahlreiche Interessenten waren kürzlich zum Maisfeldtag auf das Versuchsfeld von Johann Hösl nach Hof gekommen. Die Firmen Aga-Saat und Limagrain, vertreten durch Manfred Krodel und Stefan Kellner, informierten über die Vorzüge ihrer Sorten und sprachen über die Auswirkungen der Hitze.

Kriterien für Sortenwahl

Stefan Kellner informierte kurz über die Breite des Sortiments von Limagrain und deren Marke Advanta. Neben Mais biete das Zucht-Unternehmen vor allem auch Raps-, Getreide- und Gräserkulturen an. Auf dem Feld stellte er einige Sorten vor. Hohe Energiegehalte, Korn-Erträge und Standfestigkeit, Verdaulichkeit und ein gutes "Dry-down" sind wichtige Kriterien bei der Auswahl. Natürlich spielen auch Standort und Witterung eine entscheidende Rolle beim Wachstum. Letzteres war in diesem Jahr für eine gute Ernte nicht sehr förderlich: "Durch die langanhaltende Hitze und den fehlenden Niederschlag in wichtigen Phasen kommt der Mais in Trockenstress", erklärt Verkaufsberater Kellner. Daher müsse mit Ernte-Einbußen gerechnet werden. Auf dem Feld zeigte Kellner Maissorten, wie den LG 30.215 mit "Kolbenleistung der neuen Dimension", die sich vor allem für den Milchviehbetrieb eignen. Für Biogasanlagen wurden mit dem "Energielieferanten" LG 30.252 Möglichkeiten aufgezeigt. Kellner thematisierte außerdem die Schädlingsbekämpfung. Vor allem der Zünsler würde dem Mais schaden. "Wählen Sie nicht immer gleich die Chemiekeule", so der Berater. Auch mit biologischen Mitteln, wie der Schlupfwespe, würde sich der Befall in den Griff kriegen lassen.

Manfred Krodel von Aga-Saat präsentierte eine Auswahl des Firmensortiments, so unter anderem die Top-Sorten "Barula", die sich gut für die Region eigne, und den Allrounder "Lavena" für Biogas-Anlagen. Er wies außerdem auf den häufigen Fehler hin, bei hohen Temperaturen zu silieren: "Das Material kann ja so gar nicht richtig verdichtet werden." Die Hitze sei auch für die Befruchtungsschäden verantwortlich. Dadurch würde sich bei bestimmten Sorten im Vergleich zum Vorjahr bis zu 30 Prozent weniger Saatgut ergeben. "Es ist in manchen Regionen kaum Ware vorhanden, selbst in Mais-Gebieten wie dem Rheinland." Dies erkläre die derzeit hohen Preise für Saatgut.

Für Grenzlagen

Im Anschluss wurden auf einem zweiten Demofeld frühere Sorten für Grenzlagen und für den Anbau als Zweitfrucht präsentiert. Ein Mittagessen im Feuerwehrhaus Nunzenried rundete den Maistag ab. Dank galt dem Veranstalter und Händler Alois Kühner und Landwirt Johann Hösl.
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