Maria Treiber informiert über Symbolik der Friedhofsbepflanzung - Alte Bräuche
Buchsbaum fürs "ewige Leben"

Lokales
Oberviechtach
29.10.2014
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Auf Einladung des Obst- und Gartenbauvereins referierte Gartenbauingenieurin Maria Treiber im Vereinsheim über die Gestaltung von Gräbern. Nach einem Rückblick auf das 19. Jahrhundert, als ein Sarg zur Aussteuer gehörte und bis zu seiner Verwendung auf dem Dachboden gelagert wurde, stellte die Referentin verschiedene Riten zu Sterben und Tod vor. Diese haben damals zum alltäglichen Leben gehört und sich zum Teil noch bis in die heutige Zeit erhalten.

Anhand von Bildern zeigte sie verschiedene Arten wie Parkfriedhof, Waldfriedhof und Kriegsgräber sowie Sonderfelder für Muslime, die sich auch vom Reihengrab bis zum namenlosen Grab unterscheiden. Zur harmonischen Aufteilung der Grabfläche empfahl die Gartenbauingenieurin eine Rahmenbepflanzung aus Stauden, Gräsern und Farnen. Bodendecker wie Efeu oder Zwergmispel bringen Ruhe, lassen den Boden nicht austrocknen und Wildkräuter nicht durchwachsen.

Auch Kies, Splitt, Rinde oder Sand eignen sich zur Abdeckung der freien Flächen. Schließlich ergänzt eine nach Jahreszeit ausgewählte Wechselbepflanzung die Ausgewogenheit und Harmonie des Grabes und setzt farbliche Akzente. Interessant war die Bedeutung der Symbole. So steht ein Boot für die Überfahrt des Verstorbenen ins Totenreich, während die Sonne Hoffnung verbreitet. Ein Vogel ist das Sinnbild zwischen Himmel und Erde, Zelt und Sterne stehen für den Himmel. Yin und Yang auf dem Grab weisen auf eine Einheit hin, die der Tod auseinandergerissen hat. Auch die Symbolik der Pflanzen erläuterte die Fachfrau. Efeu symbolisiert Unsterblichkeit, Buchsbaum ewiges Leben und treue Liebe über den Tod hinaus. Zuletzt sprach Maria Treiber noch die Blüten- und Blattfarben an. Während die Farbe Weiß Reinheit ausdrückt, Gelb Licht und Sonne darstellt, steht Orange für Kraft und Grün für Treue.

Mit Bildern von schön gestalteten Gräbern zu jeder Jahreszeit, schloss die Referentin. Vorsitzender Karl Ruhland bedankte sich für die Tipps, die gerade jetzt zu Allerheiligen umgesetzt werden können.
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