Medienkompetenz wichtiger denn je

Lokales
Oberviechtach
14.03.2015
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Journalismus, Politik und Kulturarbeit prägen das Leben von Hans Eibauer. Dem Projektseminar "Journalismus und Medien" am Ortenburg-Gymnasium (OGO) präsentierte er sich als facettenreiche Persönlichkeit mit einem Faible für kritische Debatten.

Wer als Schüler einen Beruf im Journalismus, der Politik oder einem anderen kommunikativ orientierten öffentlichen Bereich anstrebt, sollte schon als Jugendlicher Erfahrungen sammeln und seine Fähigkeit zur Kommunikation austesten. Diese Botschaft gab Hans Eibauer den Schülern des OGO-Presseseminars mit, als er sie am Gymnasium besuchte. Die Schüler hatten vorher schon mehrmals Veranstaltungen mit den Themen "Medien" oder "Geschichte" im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) besucht und hierbei den Kontakt zum Leiter dieser bayerisch-böhmischen Kultur-Drehscheibe hergestellt.

Die Biografie Eibauers gibt ein beredtes Zeugnis von der Eingangsthese. Bereits in seiner Chamer Schulzeit, die er bis zur 10. Klasse im strengen Maristen-Internat verbrachte, engagierte er sich bei der Schülerzeitung, die sich gegen die damaligen autoritären Strukturen auflehnte. Als Schulsprecher, Landes- und Bundesvorsitzender der parteiunabhängigen Schülerorganisation "Politischer Arbeitskreis Oberschulen (PAO)" initiierte Eibauer Diskussionen in den Gymnasien, um die von der 68er Protestbewegung kritisierten autoritären Strukturen in den Schulen abzuschaffen. Nach dem Abitur studierte er Politik- und Zeitungswissenschaften in Bonn und in München mit dem Ziel, als Journalist zu arbeiten. In den "wilden Jahren" von 1972 bis 1974 betrieb er zusammen mit einigen Freunden im elterlichen Anwesen auf Gut Dietersberg die Disco "Red Egg", die bei Jugendlichen aus der ganzen Oberpfalz sehr gut ankam. Als bei der einheimischen Bevölkerung äußerst umstritten erwies sich 1972 ein Pop-Festival auf dem Gelände des Gutshofs, zum dem fast 3000 Rockfans und Hippies aus ganz Deutschland anreisten.

Die Konflikte zwischen der damals erwachten Jugend- und Protestkultur und der meist konservativen Mehrheit wurden in den Kommentaren von Schaulustigen und in Leserbriefen deutlich sichtbar. Dann ging Hans Eibauer in die Kommunalpolitik. Er setzte sich mit 27 Jahren gegen eine etablierte Konkurrenz als Bürgermeister von Schönsee durch. Dieses Amt übte er 33 Jahre lang aus. 2008 trat er nicht mehr zur Wahl an und übernahm die Leitung des 2006 eröffneten CeBB. Eibauer machte gegenüber den Jugendlichen deutlich, dass die mediale Kompetenz heute noch viel stärker zählt als vor Jahren oder Jahrzehnten. Es komme darauf an, im Wettbewerb zwischen Personen oder Institutionen zu bestehen. Hierbei gewännen die modernen Medien eine immer stärkere Bedeutung.

Die Schüler des Seminars präsentierten ihre bisherigen Aktivitäten an Pressepublikationen und Ausstellungen, beispielsweise zur Abiturmesse "Academicus Live" 2014 . Die Diskussion streifte am Ende der Seminarstunde zwei aktuelle und in der Öffentlichkeit ziemlich kontrovers kommentierte Themen: das Erscheinungsbild der Oberpfalz in einer vierteiligen Fernsehsendung Anfang des Jahres und das Filmprojekt von vier Studenten mit dem Titel "Endstation", das sich mit der Region sozialkritisch auseinandersetzt. Die beiden Beiträge sind für Hans Eibauer gute Beispiele dafür, wie wichtig die Pressefreiheit, aber auch die kritische Auseinandersetzung mit Pressebeiträgen ist.

In ihrem Schlusswort würdigten die Schüler Eibauers Zivilcourage und sein Engagement. Daniela Reinhardt brachte es auf den Punkt: "eine facettenreiche Persönlichkeit!"
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