Mehr "Bauern-Jäger"

Alfred Bauer (Vorsitzender der AG Jagdgenossen) und Josef Wittmann (von links) dankten Johann Koch für seinen informativen Vortrag. Bild: weu
Lokales
Oberviechtach
15.11.2015
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Ziel des Abend war es, über Neuerungen im Jagdrecht aufzuklären und wertvolle Hinweise zur Jagdverpachtung, zu Revierbegängen und zur Schwarzwildproblematik zu vermitteln. Johann Koch, Referent für Wald und Jagd im Bauernverband, hatte viele Informationen dabei.

Zum Vortrag "Die Jagd - ein bäuerliches Anliegen" begrüßte Martin Biegerl, der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Gaisthal/Rackenthal, eine große Zahl an Waldbauern und Jägern in der "Hammerschänke". Der Info-Abend war in Zusammenarbeit des Bayerischen Bauernverbandes mit der Jagdgenossenschafts-Kooperation Schönseer Land zustande gekommen.

Jagdrecht am Eigentum

Johann Koch stellte zunächst die Jagdfläche in Bayern anhand von Zahlen dar. Von den 12 410 Jagdrevieren in Bayern sind 87 Prozent Privatfläche (5,5 Millionen Hektar) und 13 Prozent Staatsjagdfläche (800 000 Hektar). Nach dem Bayrischen Jagdgesetz steht das Jagdrecht dem Eigentümer auf seinem Grund und Boden zu. "Verantwortungsbewusste Ausübung der Rechte und Pflichten durch die Jagdgenossen, aber auch durch die Jäger ist unverzichtbar, um das Jagdrecht dauerhaft zu sichern", folgerte der Referent. Seitens des Naturschutzes werde die Jagd immer wieder hinterfragt.

Hier wolle der Bauernverband durch Betreuung und Information unterstützend wirken, wozu Koch eine Reihe von Forderungen auflistete: Keine Unterordnung der Jagd unter das Naturschutzrecht, Einsatz gegen eigentumsfeindliche Tendenzen, keine Kürzung der Liste der jagdbaren Tiere sowie keine Aushöhlung der gesetzlichen Wildschadenersatzpflicht. "Das bewährte Jagdrecht muss erhalten werden!", so Koch. Während man sich in Bayern noch auf einer "Insel der Glückseligen" befinde, gäbe es in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Baden Württemberg Tendenzen, das Jagdrecht massiv einzuschränken, wie der Referent ausführte.

Der "Waldpakt Forstwirtschaft 2020" sei ein Meilenstein in der Forstpolitik Bayerns. Die Staatsregierung bekenne sich zur multifunktionalen Forstwirtschaft, zur Sicherstellung der Beratung durch Förster vor Ort und zum bestehenden Jagdrecht. Dieser Waldpakt sei ein wichtiger berufsständischer Erfolg, der durch den gemeinsamen Einsatz des Waldbesitzerverbandes, des Bauernverbandes sowie von Waldbesitzer- und Forstzusammenschlüssen möglich wurde.

Nicht nur Hobby

Im Weiteren gab der Referent Tipps für Reviergänge, für die Jagdverpachtung und zur Schwarzwildproblematik. "Die Jagd wird immer mehr nur als Hobby angesehen", stellte Koch fest und folgerte: "Wir brauchen wieder mehr Bauern-Jäger!" Der Geschäftsführer des Bauernverbandes, Josef Wittmann, bedankte sich für die vielen nützlichen Informationen.
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