Mit Mund, Nase und Rachen

Einen sensationellen Auftritt mit Pep, jugendlichem Schwung und wunderbaren Stimmen brachte das Konzert des A-cappella-Chores "Canticorum" aus Pilsen in die Dreifachturnhalle des Ortenburg-Gymnasiums. Bild: weu
Lokales
Oberviechtach
22.10.2014
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Fetzige Popmusik klingt auch ohne Instrumente. Der A-cappella-Chor "Canticorum" aus Pilsen präsentierte einen sensationellen Auftritt und überzeugte die Gäste mit wunderbaren Stimmen.

Ein weiteres Highlight im Oberviechtacher Kulturherbst erlebten die Freunde der Kunst in der Dreifachturnhalle des Ortenburg-Gymnasiums. Zweite Vorsitzende Anne Gierlach betonte: "Als wir den Chor Canticorum vor zwei Jahren in Schönsee hörten, war uns sofort klar, dass wir ihn nach Oberviechtach holen müssen."

Einheitlich in Grün

Mit "Dies irae" sorgten die 31 in einheitlichem Grün gekleideten Sänger für einen furiosen Auftakt. Der Chor, der gänzlich ohne Instrumentalbegleitung auskommt, beherrscht ein umfassendes Repertoire von Barock bis zur Popmusik moderner Zeit. Die Instrumentalbegleitung wird dabei durch Stimmen von Sängern imitiert. Stand der erste Teil des Konzertes unter den Themen sakraler und volkstümlicher Musik, so ging nach der Pause mit poppiger Musik die "Post ab". Nach der "Missa Brevis" von Zdenek Lukás brachte der Chor Stücke von tschechischen Komponisten mit Titeln wie "Lieder aus der Region Pilsen" oder "Die Stadt Litomerice" zu Gehör. Der Komiker Jerry Lewis ließ grüßen, als sie mit dem Stück "Schreibmaschine", das ja der Paradesketch des amerikanischen Entertainers ist, den ersten Teil beendeten. In der Pause sorgten die Schüler des P-Seminars für frische Getränke.

Flotte Choreografie

Mit dem schwungvollen "Cup Song", bei dem die Sänger mit blauen Bechern rhythmische Bewegungen machten, ging es in den zweiten Teil. Lieder von internationalen Künstlern wie Phil Collins, Bruno Mars, Charly Simon und Michael Jackson, die von der quirligen Chorleiterin Stázka Solcova arrangiert worden waren, standen nun im Mittelpunkt. Ob "Uptown Girl" aus den Sechzigern oder "You'll Be In My Heart" und "Lazy Song" aus neuerer Zeit, alle Songs wurden mit einer flotten Choreografie unterlegt.

Auch "Body-Percussion", bei der man sogar das Wasser rauschen hörte, durfte nicht fehlen. Als wahrer Meister im Beatboxing erwies sich Jan Melichar. Mit der Technik, die aus dem "HipHop"-Bereich kommt, werden Schlagzeug und Percussion-Instrumente nur mit Mikrofon, Mund, Nase und Rachen nachgemacht. Nach zwei Zugaben und dem Sonderwunsch "Uptown Girl" dankte Anne Gierlach dem Chor für diesen wunderbaren Abend, an dem Kamilla Spichtinger als Dolmetscherin fungierte, und überreichte jedem Chormitglied eine Blume. "Das war ein toller Vorgeschmack auf das Kulturhauptstadtjahr Pilsen 2015", meinte Gierlach abschließend.
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