Mit Mundart durchs Land

Der Vorsitzende Dr. Ludwig Schießl (links), sein Stellvertreter Siegfried Bräuer und Schatzmeisterin Margarete Landgraf wurden in ihren Ämtern bestätigt; ebenso Schriftführerin Christa Zapf (nicht im Bild). Bild: bgl
Lokales
Oberviechtach
07.12.2015
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Publikationen und Vorträge enthielt der Tätigkeitsbericht bei der Jahreshauptversammlung des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HKA). Vorsitzender Dr. Ludwig Schießl informierte auch über den geplanten Erscheinungstermin für das "Oberviechtacher Wörterbuch".

In seiner Begrüßung hieß Dr. Ludwig Schießl vor allem Ehrenmitglied und Ehrenbürger Altbürgermeister Wilfried Neuber und Kreisheimatpfleger Ludwig Berger willkommen. Entschuldigt war Schriftführerin und Zweite Bürgermeisterin Christa Zapf. Beim Punkt "Totengedenken" erwähnte der Vorsitzende den im Februar verstorbenen Ehrenbürger und Stadtarchivar Fritz Schießl und würdigte dessen erfülltes Leben im Dienste der Heimat.

Landtag und Staatskanzlei

In seinen Tätigkeitsbericht listete Dr. Schießl 28 Punkte auf, darunter mehrere Dialektabende sowie seine zwei Vorträge zu den Oberviechtacher Hausnamen und zu Doktor Eisenbarth sowie von Rudolf Lohwasser zum Geschlecht der Ortenburger. Wichtige Angelegenheiten waren die Präsentation der Neuauflage der Handreichung "Dialekte in Bayern" im Bayerischen Landtag, an der Dr. Ludwig Schießl und Siegfried Bräuer mitgearbeitet hatten, sowie die Mitwirkung an dem Projekt "MundART WERTvoll" durch Dr. Ludwig Schießl und Maria Schießl mit zwei Sitzungen in der Bayerischen Staatskanzlei.

Anschließend gab Museumsleiter Dr. Karlheinz Foißner einen Kurzbericht. "Es war das beste Museumsjahr aller Zeiten", betonte er bei seiner detaillierten Analyse der Besucherzahlen.

Sgraffito erhalten

In seinem Tätigkeitsbericht als Kreisheimatpfleger bemängelte Ludwig Berger, dass immer noch viele Kleindenkmäler, in der Regel Feldmarterln, unbeachtet und dem Verfall preisgegeben sind. Kopfschmerzen bereite ihm auch nach wie vor der Erhalt vom Pfarrer-von-Miller-Sgraffito an der Giebelseite des alten AOK-Gebäudes, welches auf den Abbruch wartet. Die Versammlung sprach sich dafür aus, nach einer Lösung zum Erhalt dieses Denkmals zu suchen.

Wilfried Neuber leitete die Wahl der Vorstandschaft. Das jeweils einstimmige Ergebnis per Akklamation ergab folgendes Ergebnis: Vorsitzender Dr. Ludwig Schießl, Stellvertreter Siegfried Bräuer, Schriftführerin Christa Zapf und Schatzmeisterin Margarete Landgraf. Als Kassenprüfer fungieren weiterhin Wilfried Neuber und Katharina Schießl.

Im Ausblick auf das kommende Vereinsjahr kündigte Dr. Schießl unter anderem einen Vortrag von ihm an der LMU München über zeitgemäße schulische Dialektpflege sowie weitere Dialektabende in Bezug auf das "Oberviechtacher Wörterbuch" an. Geplant ist auch ein weiteres Buch zum nordbairischen Dialektwortschatz, die Abschlusspräsentation des Mundartprojekts zwischen den Gymnasien Oberviechtach und Eggenfelden sowie ein weiterer Vortrag von Dr. Schießl in Neualbenreuth und eventuell einer in Leipzig. Zum Stand der Vorplanungen für das "Oberviechtacher Wörterbuch" berichtete der Vorsitzende, dass nach 20-jähriger Vorbereitungszeit in 126 Dialektabenden inzwischen rund 4500 Dialektwörter besprochen und erfasst sind.

Finanzierungskonzept

Zur Zeit arbeitet er an der Bestandsaufnahme der restlichen gesammelten Wörter und an der Verschriftung der restlichen Wörter aus der Anfangszeit nach dem jetzigen System. Noch etwa 15 Dialektabende sind notwendig, um alle Wörter zu behandeln.

Für das Jahr 2016 sind hinsichtlich der konkreten Umsetzung der Entwurf des Gliederungs-Systems und die Zuordnung der einzelnen Wörter ins Auge gefasst. Die Fertigstellung des Wörterbuchs ist für 2022 anvisiert. Die Beschlussfassung über das von Dr. Schießl vorgelegte Gestaltungs- und Finanzierungskonzept erfolgte einstimmig.
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