Mosterei setzt auf Moderne

Zweite Saison geschafft! Die neue stationäre Einband-Presse "Voran" mit pneumatischer Spannung, automatischer Band-Regulierung und Hochdruck-Reinigung hat sich bewährt. OGV-Vorsitzender Karl Ruhland (links) kann bei der Bedienung auf ein Team zählen. "Wir pressen ausschließlich das eigene Obst des Anlieferers. Ein Tauschverfahren ist bei uns nicht möglich", erklärt er beim Einsatz im Vereinsheim. Bild: Portner
Lokales
Oberviechtach
29.10.2015
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Zentner um Zentner verschwinden Äpfel und Birnen "mit Stumpf und Stiel" im Bauch der Maschine. Saft vom eigenen Obst liegt im Trend. Die neue Presse des Gartenbauvereins hat ihre zweite Saison bravourös geschafft. "Wir haben in die Zukunft investiert", freut sich der Vorsitzende.

Der Obst- und Gartenbauverein Oberviechtach beendet heute seinen "Wirtschaftsbetrieb auf Zeit" im Vereinsheim beim Freibad. "Wir haben heuer nur an zehn Tagen gepresst", berichtet Vorsitzender Karl Ruhland auf Nachfrage der NT-Lokalredaktion.

In Rekordzeit fertig

"Letztes Jahr war es doppelt so viel. Aber die ungeraden Jahre gelten ja eh als schlechte Apfelsaison", erklärt er und umschreibt 2015 mit "Äpfel kleiner, Schädlinge mehr". Apfelwickler und Rekordsommer hätten dazu geführt, dass das Obst schon früh von den Bäumen fiel. Mit der im Vorjahr angeschafften Bandpresse "Voran" setzt der OGV neue Maßstäbe im Landkreis. Die moderne Maschine liefert naturtrüben Apfelsaft in Rekordzeit. "Für einen Zentner brauchen wir etwa 20 Minuten", sagt Ruhland. Er kann dabei auf sein Team aus acht Frauen und Männern setzen, die ihn im Schichtdienst tatkräftig unterstützen.

Quitten bis Holunder

Erster Einsatz war heuer am 12. September - und damit relativ spät. Von 7 Uhr morgens bis etwa 20 Uhr abends herrschte reger Betrieb rund ums Vereinsheim. Anliefern durften nicht nur die 557 OGV-Mitglieder - willkommen war nach telefonischer Anmeldung jeder, egal ob mit einem Zentner oder einem ganzen Hänger.

"Reiner Apfelsaft ist der Beste!", schwärmt Karl Ruhland. Er füttert die Presse auf Wunsch aber auch mit Birnen, Quitten, Weintrauben oder Holunder. Die neue Maschine hat sich in ihrer zweiten Saison bewährt. "Es geht schneller als mit der alten Packpresse und auch mit viel weniger Kraft", so der Vorsitzende der betont: "Wir haben in die Zukunft investiert. Für die alte Maschine haben sich keine jungen Leute mehr gefunden, die sie bedienen." Während früher die Maische per Hand in Tüchern zu einem Turm gepackt werden musste, läuft sie jetzt automatisch zwischen Band und Edelstahl-Walze hindurch. "Je kleiner der Durchmesser, desto höher wird der Druck beim Auspressen", erklärt Ruhland. Was ist bei der Anlieferung zu beachten? "Je sauberer das Obst, desto schöner der Saft!" Dieser wird nach dem Pressvorgang auf 80 Grad erhitzt und läuft in die Abfüllanlage im Nebenraum. Hier geht es hektisch zu, vor allem wenn nicht die "Bag-in-Box" (fünf oder zehn Liter) gewünscht wird. "Wir sind der einzige Gartenbauverein der Region, der auf Wunsch noch in Flaschen abfüllt", informiert der Vorsitzende.

Lange haltbar

Für das "Bag-in-System" wird die Haltbarkeit des Saftes mit mindestens einem Jahr angegeben; nach Ventilöffnung sollte der Inhalt aber in etwa sechs Wochen aufgebraucht sein. Wenn die Mostanlage am späten Abend ihre rund zweistündige Reinigungsprozedur hinter sich hat, dann ist auch bereits der Trester abgeholt: Der Press-Rückstand ist bei den Jägern als Wildfutter begehrt.
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