Motorräder mit Kultstatus

Das Jubiläumsmodell "TM 500" aus dem Jahr 1930, mit stolzen 498 Kubikzentimetern und 14 PS, zog am Samstag im Hof der "Taverne" viele Blicke der Motorradfans auf sich. Bilder: frd
Lokales
Oberviechtach
01.06.2015
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Die Ardie 500 CC, Baujahr 1926, war wieder einmal der Star beim Treffen der Motorradfans in Lind. Die Maschine erstrahlt immer noch in vollem Glanz und lief auch bei der Rundfahrt "wie eine Zither". Damit die Zweiräder ihren Kultstatus behalten, gelten strenge Regeln.

Schon Tage vor dem eigentlichen Beginn waren manche Ardie-Motorradfreunde nach Lind gekommen. Sie verbanden das Treffen mit einem Kurzurlaub in der Oberpfalz. Die Ardie-Freunde fühlen sich schon wie eine große Familie, auch wenn die einen aus Berlin oder Sachsen und die anderen noch weiter aus dem hohen Norden nach Bayern angereist sind. Die Interessensgemeinschaft besteht seit 22 Jahren. Bereits zum 17. Mal traf sich die Gruppe am Wochenende im Landgasthof "Taverne" in Lind.

Rundfahrt und Teilemarkt

"Ardie" steht für den Namen Arno Dietrich, der die Zweiräder konstruiert und in Nürnberg gebaut hat und diese beispielsweise im Jahr 1929 für 1190 Reichsmark (mit voller Ausrüstung) ab Werk verkauft hat. Am Donnerstag und Freitag lief dann das "Hauptprogramm". Beim gemütlichen Beisammensein wurden auch Fachgespräche geführt. Am Donnerstagabend ratterten die Motorräder mit ihrem speziellen Sound zur Bayerwald-Rundfahrt los - schon beim Start erhöht sich der Pulsschlag eines echten Fans schlagartig.


Peinlichst wird unter den Ardie Freunden darauf geachtet, dass ihre Maschine keine Fremdteile eines anderen Fabrikats aufweist, denn dann ist ihr Motorrad eben keine "echte Ardie" mehr. Um dies sicherzustellen, wurde am Samstag bei einem Teilemarkt alles rund um das Kultmodell angeboten. Da war vom Ersatzkorken für die Kupplung, Elektroteilen, Gas- und Lufthebel, Benzin und Öltank bis hin zu Original-Motoren zu Schnäppchenpreisen, Ritzeln und Federn alles zu haben, was zur Instandhaltung erforderlich ist.


Die geplante Ausfahrt am Samstagvormittag musste wegen starker Regengüsse auf den Nachmittag verschoben werden. Doch das Wetter tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Einige dieser Modelle haben schon knapp 100 Jahre auf dem Buckel, doch sie laufen meist immer noch "wie eine Zither". Bei einem Ausfall sind genügend Fachleute dabei, welche die Maschine wieder zum Laufen bringen. Star war einmal mehr die Ardie 500 CC, Baujahr 1926, die in vollem Glanz erstrahlt und der die gute Pflege anzusehen ist. Beim Abschied am Sonntagmorgen war vielen schon die Vorfreude auf das Treffen 2016 anzumerken.
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