Museum dockt im Umfeld an

Museumsleiter Dr. Karl-Heinz Foißner (rechts) kennt auch die Rezeptur des Eisenbarth-Elixiers und versteht sich darauf, das Produkt vor Zuschauern anzupreisen und damit Museumsarbeit pädagogisch wirksam zu vermitteln. Bild: bgl
Lokales
Oberviechtach
06.03.2015
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Der Museumsverein hält sich nicht mit verstaubten Exponaten auf. Aktiv sucht er die Kooperation mit Kindergärten oder Schulen, sorgt für ein pädagogisches Konzept und liefert ein Rahmenprogramm.

Der Vorsitzende des Museumsvereins, Wilfried Neuber, ist überzeugt: "Es war eine Erfolgsgeschichte, was vor elf Jahren mit der Gründung des Museumsvereins begann." In zehn Jahren habe man nicht nur den ehrenamtlichen Betrieb sichergestellt, sondern auch die Weiterentwicklung vorangetrieben. Allein die Vorstandsmitglieder leisten jährlich ehrenamtlich 700 bis 800 Stunden, so die Bilanz bei der Jahreshauptversammlung.

Vor allem die Weiterentwicklung des Museums hat die Mitglieder im vergangenen Jahr beschäftigt. Hinzu kamen Arbeitseinsätze im Haus, im Garten, am Marktmühltag und am Christkindlmarkt. Auch Tagungen und Ausstellungen trugen zum Arbeitspensum bei. Dem Verein gehören 161 Mitglieder an. Zu den Finanzen des Museumsvereins merkte Neuber an, dass zur Vorfinanzierung der laufenden Maßnahmen die Rücklagen fast vollständig in Anspruch genommen wurden. Als besonders erfreulich bezeichnete er die Anstellung einer Halbtagskraft im Museum und den Ankauf des Nachbaranwesens Soutschka.

Für Aufzug und Toilette

Neuber äußerte in diesem Zusammenhang die Hoffnung, dass dadurch ein dringend benötigter Aufzug und eine behindertengerechte Toilette verwirklicht werden können. Bei der Weiterentwicklung des Museums wäre zum Sammeln und Aufbewahren von Gegenständen auch ein Depot von größter Wichtigkeit. Breiten Raum widmete Neuber dem Dank an alle Engagierten, allen voran Ehrenmitglied und Ehrenbürgerin Erika Odemer.

Dr. Foißner berichtete von 3286 Museumsbesuchern, einem verregneten Marktmühlentag, aber einem tollen Besuch beim Christkindlmarkt. In den Zahlen enthalten sind Gäste bei 79 Führungen, einschließlich 22 Termine bei den "Goldwäschern". Es gab rund 100 Öffnungstage. In Zukunft ist eine noch intensivere Zusammenarbeit mit den Kindergärten und Schulen geplant. "Die Führungen und der Goldlehrpfad sind ein wichtiger Teil unseres Museums", bekräftigte der Museumsleiter, darum warb er zur Unterstützung dieser Teams um zusätzliche neue Kräfte. "Das Kulturzentrum in der Marktmühle wird getragen vom Museumsverein mit dem Heimatkundlichen Arbeitskreis und ist als Bindeglied enorm wichtig", erklärte Wilfried Neuber. Durch die nachhaltigen Veranstaltungen sei es inzwischen zu einem regionalen Mittelpunkt, einem Haus der Begegnung geworden. Das zu Jahresbeginn erstellte Rahmenprogramm wird zukünftig, neben dem Museums-Begleitprogramm von Jeanette Ring, auch als Flyer vorliegen. Das Angebot, die Räume zu nutzen, gilt auch für Vereine, Verbände und Schulen. Siegfried Bräuer und Theresia Pregler erläuterten das museumspädagogische Feinkonzept bei der Arbeit mit Behinderten. Mit den Naabwerkstätten haben man bezüglich einer Kooperation Gespräche geführt. Ziel ist es auch, Kindern zu vermitteln, was Museumsarbeit bedeutet. Auch Familienführungen werden vorbereitet.

Werbung bei Soldaten

Bürgermeister Heinz Weigl bescheinigte dem gesamten Team gute Arbeit. Dass nicht die gesamte Museumsarbeit ehrenamtlich geschultert werden kann und zumindest eine Halbtagskraft notwendig ist, war ihm klar, und auch die Stadträte sahen es so. "Ihr macht es klasse", komplimentierte Oberstleutnant Mario Brux und berichtete, dass er bei den Soldaten schon Werbung für das Museum betrieben habe. Der Rektor der Doktor-Eisenbarth-Schule, Rudolf Teplitzky, informierte, dass auch in seiner Schule schon die Voraussetzungen geschaffen sind, dass Klassen vermehrt ins Museum kommen. "Das Museum ist ein wunderschönes Haus, es ist optimal, auch was drinnen geschieht", schwärmte Stadtpfarrer Alfons Kaufmann.
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