Museumsverein lädt zur Beobachtung des Nachthimmels ein - Walter Pusl erklärt Sternbilder und ...
Sternhaufen und die schöne Andromeda

Hobby-Sternenbeobachter Walter Pusl (links) konnte viel über den Nachthimmel erzählen. Bild: bgl
Lokales
Oberviechtach
07.11.2014
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Den ganzen Tag verhinderte zäher Hochnebel den Blick nach oben. Aber wie bestellt, verzog er sich zum Abend hin und ermöglichte einer kleinen Gruppe von Sternenfreunden den ungetrübten Blick in den Nachthimmel von Schönthan. Organisiert wurde die Veranstaltung der "Bayerntour Natur" vom Museumsverein Oberviechtach.

Hobby-Sternenbeobachter Walter Pusl wies zunächst in den Gebrauch der drehbaren Sternkarte ein. Anschließend verortete man die hellsten Sterne, die häufig aus dem Arabischen stammende Eigennamen besitzen. Erst Johannes Bayer führte im 17. Jahrhundert ein System ein, das den hellsten Stern eines Sternbildes mit dem griechischen Buchstaben Alpha und den zweithellsten mit Beta und so weiter belegt. So heißt zum Beispiel der hellste Stern im Schwan mit Eigennamen Daneb.

Anschließend wurden die Sterne den Sternbildern zugeordnet. Zur Beobachtungszeit dominierten im Osten die Herbststernbilder. Anhand der Andromedagruppe erläuterte Pusl die Mythen aus der Welt der Griechen. Cassiopeia, die Königin von Äthiopien prahlte damit, dass ihre Tochter Andromeda schöner sei, als die Töchter des Meeresgottes Nereus. Die Strafe folgte auf den Fuß und das Untier Cetus (Walfisch) sollte Äthiopien zerstören. Um dies zu verhindern, wollte man Andromeda dem Walfisch opfern. Der vorbeifliegende Held Persus verliebte sich in die bedauernswerte Schönheit und schlitzte den Walfisch auf. Alle Figuren wurden in den Sternenhimmel erhoben. Das Herbstviereck, das hauptsächlich aus dem Sternbild Pegasus besteht, dominierte den Osthimmel.

Weitere Beobachtungsziele waren das Sommerdreieck, Großer und Kleiner Wagen mit dem Polarstern und vieles mehr. Tief im Südwesten grüßten, neben der schmalen zunehmenden Mondsichel, auch der untergehende rote Planet Mars. Der Augenbeobachtung folgten Fernglas und Teleskop. Charles Messier, ein französischer Astronom, stellte im 18. Jahrhundert einen Katalog mit heute relativ leicht beobachtbaren Objekten auf. So steht zum Beispiel Katalognummer M 1 für den Crabnebel und M 110 für eine Begleitgalaxie des Andromedanebels.

Als Standardbeispiel für Kugelsternhaufen diente M 13 im Herkules. Gasnebel präsentierten sich mit dem Hantelnebel (M 27) im Sternbild Füchschen und dem Ringnebel (M 57) in der Leier. Sehr beeindruckend zeigte sich die circa drei Millionen Lichtjahre entfernte Andromedagalaxie M 31 mit ihren Begleitern.

Jeanette Ring vom Museumsverein bedankte sich beim Referenten mit einem kleinen Präsent für die sehr informative Himmelsführung.
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